52-Jähriger zerstört 18.000-Euro-Tür in Therme – zu Geldstrafe verurteilt

11. September 2019
Bad Soden-Salmünster/Bad Orb

Weil er eine Brandsicherheitstür im Wert von rund 18.000 Euro zerstört hat, ist ein 52-Jähriger wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 1600 Euro (40 Tagessätze zu 40 Euro) verurteilt worden.

Tatort war im November 2018 die Toskanatherme in Bad Orb gewesen. Der 52-jährige Angeklagte hatte mit seiner Lebensgefährtin und seiner Tochter die Badelandschaft besucht. Beim Verlassen ärgerte er sich über die Höhe der Rechnung und tat seinen Unmut an der Kasse kund. Weitere Details dieses Vorfalls wurden vor Gericht nicht bekannt.

Als sich der Mann dann außerhalb des Gebäudes befand, wollte er wieder hinein. Seine Begründung: Von innen wurde er mit dem Handy gefilmt. Das wollte er unterbinden und die Sequenz löschen lassen. Doch eine Brandsicherheitstür verhinderte dies. Also rüttelte der Angeklagte an dieser, was er vor dem Amtsgericht Gelnhausen auch einräumte. Allerdings habe er die Tür nicht vorsätzlich beschädigt, sondern nur sehen wollen, ob sie sich öffnen lässt. Tritte stritt er ab.

Video zeigt heftiges Rütteln und Tritte

Eine Videosequenz von dem Vorfall sprach eine andere Sprache. Zuerst rüttelte er „wie ein Wahnsinniger“ – so der Vertreter der Staatsanwaltschaft Hanau – mit einer Hand, später mit beiden kräftig an der Pforte. Allerdings ohne Erfolg. Auch zwei Tritte erkannte der Ankläger. Sein Resümee: Es war sicherlich besser, dass der Eingang den Aggressionen standhielt. Wer weiß, was sonst passiert wäre, wenn er dem Handyfilmer direkt gegenübergestanden hätte.

Der Rechtsanwalt verteidigte den Beschuldigten. Dieser hätte nicht erkennen können, dass die Tür, die sich im Brandfall automatisch schließt, so teuer ist. Normalerweise könne man bei solchen Anlagen von einem Wert von 500 Euro ausgehen. Sicherlich habe es einen Streit gegeben, und das Auftreten seines Mandanten könnten ängstliche Menschen als aggressiv empfunden haben. Dennoch forderte er eine Einstellung des Strafverfahrens, was die übrigen Beteiligten ablehnten. Später plädierte er auf Freispruch.

1600 Euro Geldstrafe

Demgegenüber forderte der Anklagevertreter eine Verurteilung wegen Sachbeschädigung und eine Geldstrafe von 2000 Euro. Er machte zumindest einen „bedingten Vorsatz“ bei der Attacke gegen die Brandsicherheitstür aus. Das sah auch Richter Thomas Russell so. Er reduzierte das Strafmaß allerdings auf insgesamt 1600 Euro. / ls