73-Jähriger wegen Betrugs vor Gericht

24. September 2014
Ramholz

Die Meldung über den Verkauf von Schloss Ramholz machte erst vor wenigen Tagen Hoffnung für die Zukunft des historischen Anwesens. Nun ging es um ein weiteres historisches Gebäude im Vollmerzer Ortsteil.

Am Dienstagmorgen galt es, zunächst ein Stück Vergangenheit des bedeutenden Areals in der Ramholzer Parkstraße aufzuarbeiten – und zwar vor dem Schöffengericht Gelnhausen unter Vorsitz von Richterin Petra Ockert. Auf der Anklagebank nahm ein 73-Jähriger aus dem Altkreis Gelnhausen Platz, dem Betrug vorgeworfen wurde.

Nach einer längeren Beweisaufnahme, Sitzungsunterbrechungen sowie Absprachen zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung wurde das Verfahren schließlich eingestellt. Allerdings muss der Beschuldigte eine Geldauflage erfüllen. Innerhalb von sechs Monaten soll er jeweils 1500 Euro an die Staatskasse sowie fünf gemeinnützige Einrichtungen, die vorwiegend Kindern helfen, zahlen – insgesamt 9000 Euro.

Dreh- und Angelpunkt des Verfahrens ist die komplizierte Versorgung des Schlosses und angrenzender Gebäude, wie dem Maschinenhaus, mit Trinkwasser. Die Speisung erfolgt durch eine Quelle, die Versorgung mittels eines alten, weitverzweigten Rohrleitungsnetzes aus dem Jahr 1898, das bis hin zu eben diesem sogenannten Maschinenhaus führt, das außerhalb des unmittelbaren Schlossgeländes liegt.

Dieses Anwesen verkaufte der 73-Jährige Ende 2009 für gut eine Million Euro an einen Privatmann. Dabei machte er, so der Vorwurf von Staatsanwalt Hans-Walter Jung, falsche Angaben über die Sicherheit der Wasserversorgung. Tatsächlich sei diese unklar gewesen.

Der Angeklagte und sein Verteidiger wiesen die Anschuldigungen zurück. Der 73-Jährige habe sich auf mündliche Zusagen der Schlossherren Kühlmann-Stumm und auf ein Gewohnheitsrecht verlassen – auch wenn ausgerechnet die Ländereien mit den Quellen inzwischen an einen anderen Besitzer übergegangen waren.

Dieser habe das Schloss mit Wasser beliefert. Der 2008 verstorbene Magnus von Kühlmann-Stumm habe dem Beschuldigten sogar ein Schriftstück über die Sicherstellung der Versorgung gezeigt. „Bis heute war das Maschinenhaus keinen Tag ohne Wasser", betonte der Angeklagte. / ls

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Mittwochausgabe der Kinzigtal Nachrichten und im E-Paper.

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