Bagger kommen: Wächtersbach beginnt Stadtumbau mit Sudhaus-Abriss

13. März 2018
Wächtersbach

Nun wird es ernst. Die Abrissbagger kommen. Mit dem Abbruch des Sudhauses auf dem Gelände der ehemaligen Wächtersbacher Brauerei beginnt Wächtersbach am Freitagabend den Stadtumbau. Das will die Stadt mit einem Festakt begehen.

Lesen Sie nachfolgend eine Pressemitteilung der Stadt Wächtersbach im Wortlaut: Der Stadtumbau beginnt mit dem ersten sichtbaren Projekt: der Freimachung des Schlosshofes. Vorgestellt wurde der Abriss des Sudhauses und der Biertanks hinter dem Marstall bereits auf der Bürgerversammlung im November vergangenen Jahres. Nun wird es ernst.

Am Freitag, 9. März, rücken die Abbruchbagger dem Sudhaus auf die Mauern. Dieses denkwürdige Ereignis möchte die Stadt unter dem Motto „Platz für die Zukunft schaffen!“ um 18 Uhr mit allen Bürgerinnen und Bürgern öffentlich begehen.

Bereits auf der Bürgerbeteiligung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept des Stadtumbaus im Juni 2017 wurde der Abbruch des Sudhauses thematisiert. Der schwer geschädigte Zweckbau aus den 60er Jahren steht seit über 17 Jahren leer und ist wirtschaftlich nicht nachnutzbar.

Der Rückbau wird nun das erste wahrnehmbare Zeichen eines Strukturwandels im Gelände der ehemaligen Wächtersbacher Brauerei sein, der mit dem Ende der Produktion 2001 besiegelt wurde. Damit wird der Rückbau des Gebäudes zur Bierherstellung auch Symbol für den Aufbruch in eine neue Zeit.

„Das Sudhaus macht Platz für die Wiederherstellung des historischen Ensembles aus Schloss, Rentkammer und Marstall.“ erläutert Bürgermeister Andreas Weiher. Der Platz dazwischen wird wieder zum Schlosshof und soll im Rahmen des Stadtumbaus multifunktional gestaltet werden.

Die Denkmalpflege unterstützt das Vorhaben fachlich. Ziel ist es, mit dem öffentlichen Freiraum der sensiblen denkmalgeschützten Umgebung gerecht zu werden. Jedoch wird die endgültige Platzgestaltung noch etwas warten müssen - die Fläche wird zunächst für die Sanierung von Rentkammer und Marstall als Baustelle dienen müssen.

Wann genau der „Schlosshof“ wieder adäquat erlebbar ist, kann man derzeit noch nicht genau sagen. Abhängig ist dies unter anderem von den Entwicklungen der umliegenden Gebäude, die in einem nächsten Arbeitskreis „Ehemalige Brauerei“ im Frühling gemeinsam mit interessierten Bürgern erörtert werden sollen.

Mit einem fröhlichen Festakt möchte die Stadt der langen Tradition der Brauerei gedenken und den Beginn des Stadtumbaus mit den Bürgern feiern. Sie lädt ein zu einer gemeinsamen Übung der Freiwilligen Feuerwehr Wächtersbach und des THWs.

Das Zuschauen kann bei einem Schluck Fassbier und Grillgut genossen werden. Für die musikalische Unterstützung dankt die Stadt den Brüdern Clemens und Peter Blaumeiser. Um unnötigen Plastikmüll zu sparen, werden alle Fassbierlustigen gebeten, einen eigenen Krug mitzubringen.

Hintergrundinformation: Wächtersbach hat sich 2016 erfolgreich um das Städtebauförderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ bemüht und erhält über die nächsten 10 Jahre Fördermittel aus dem Bund-Land-Kommune Programm. Die Städtebauförderung unterstützt die Kommunen bei der Anpassung an die baulichen, infrastrukturellen und klimatischen Herausforderungen von Heute und Morgen.

Ziel des Programms ist es, städtebauliche Maßnahmen zu Klimaschutz, Klimaanpassung sowie zur Anpassung an demografische und wirtschaftsstrukturelle Veränderungen in einem integrierten Ansatz zu vereinen. Vergangenes Jahr wurde von dem beauftragten Architekturbüro Rittmannsperger aus Darmstadt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept dazu erarbeitet.

Im Rahmen dieser Erarbeitung wurden drei begleitende Arbeitskreise initiiert, in denen interessierte Bürger den Umbauprozess mitgestalten können. Informationen hierzu sowie die Daten zur Anmeldung zu den Arbeitskreisen finden Sie unter www.waechtersbach-online.de. / KN