Ahmadiyya planen Moscheebau im Schlüchterner Industriegebiet

08. Februar 2014
Schlüchtern

Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde unternimmt einen zweiten Anlauf, in Schlüchtern eine Moschee zu bauen. Nachdem 2002 das erste Bauprojekt gescheitert ist, soll nun im Industriegebiet eine Moschee mit 280 Quadratmetern Grundfläche und zwei Minaretten von je 13 Metern Höhe entstehen. Bis dieser Plan realisiert werden kann, dürften allerdings noch mindestens neun Monate vergehen.

"Ich habe kein vernünftiges, sachgerichtetes Argument, das gegen das Moscheeprojekt sprechen könnte", erklärt Bürgermeister Falko Fritzsch (SPD). "Die Ahmadiyya Muslim Jamaat hat im vergangenen Jahr die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts erhalten. Und wie man in Fulda gesehen hat, kann ein Moschee-Bau auch ohne großes Aufsehen in die Wege geleitet werden."

Din Qamar (50) aus Schlüchtern ist Vorsteher der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) im Altkreis Schlüchtern und somit Ansprechpartner für insgesamt 120 Ahmadi-Muslime aus Bad Soden-Salmünster, Sterbfritz, Steinau und Schlüchtern. Seine Gemeinde schöpft – nachdem der geplante Bau einer Moschee in Niederzell vor zwölf Jahren am Widerstand der Bevölkerung scheiterte (wir berichteten) – inzwischen wieder Hoffnung: In Schlüchtern könnte nun doch ein solches Gotteshaus entstehen.

Ein neuer Bauantrag für die geplante Moschee im Gebiet Reitstück/Landwehr in Schlüchtern ist eingereicht. Wie Fritzsch erklärt, liegt das Grundstück, das die AMJ schon vor mehr als zehn Jahren gekauft hatte, im Industriegebiet: an der Abzweigung der Straße vom Herkules-Baumarkt kommend in Richtung Hof Reith. "Wir warten noch auf grünes Licht vom Bürgermeister", erzählt Din Qamar.

"Der Bebauungsplan muss durch die Stadtverordneten noch geändert werden. Dann können wir das ausbügeln, was damals den Bau verhindert hatte", berichtet Fritzsch. Dies könnte vielleicht sogar schon im März geschehen, kündigt der Bürgermeister an. Allerdings sei die Änderung durch die Stadtverordnetenversammlung nur der erste Schritt. "Dem muss das Regierungspräsidium noch zustimmen. Bis alles so weit ist, dass der Bauantrag genehmigt werden kann, werden wohl noch sechs bis neun Monate vergehen", schätzt Fritzsch.

Lesen Sie weitere Informationen zum geplanten Bauprojekt, Hintergrundinformationen und eine Chronolgie in unserer Samstagsausgabe der Kinzigtal Nachrichten und im E-Paper.