Angriff auf Polizisten wird mit 560 Euro bestraft

25-Jähriger rastet bei Personenkontrolle aus

04. Februar 2014
schlüchtern

Wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte und Beleidigung ist ein Hartz-IV-Empfänger, der zur Tatzeit in Neuhof wohnte, gestern vor dem Amtsgericht Gelnhausen zu einer Geldstrafe von 560 Euro (70 Tagessätze) verurteilt worden.

Der Hilferuf ging am 9. September 2012 morgens gegen 5 Uhr bei der Polizeistation Schlüchtern ein. Vier junge Männer aus dem Raum Schlüchtern befanden sich im Rasthof am Distelrasen und trauten sich nicht, das Lokal zu verlassen. Der Grund: Vor dem Eingang hatten sich zwei Männer postiert, von denen sie bereits vorher bedroht worden waren. Einer soll angekündigt haben, jemanden mit dem Messer "abzustechen" und irgendwo in einem Wald in Osteuropa zu verscharren.

Eine Streife wollte die beiden Männer daraufhin kontrollieren und die Personalien feststellen. Da zu dieser Zeit aber noch reger Betrieb vor dem Eingang des Rasthofs herrschte, schickten die Beamten zunächst alle anderen Besucher weg. Dann widmeten sie sich den beiden Männern. Einer zeigte sich kooperativ. Der 25-Jährige gebärdete sich allerdings sofort aggressiv, wollte seine Personalien nicht preisgeben. Er habe keine Lust auf Polizei, verkündete er den Beamten, und im Übrigen mache er sowieso, was er wolle. Als ihm daraufhin die vorläufige Festnahme erklärt wurde, rannte er ohne Vorwarnung davon und versuchte, sich in einem angrenzenden Gebüsch zu verstecken. Ein 54-jähriger Beamter hastete mit seinem Diensthund hinterher, während seine 42-jährige Kollegin zunächst den zweiten Mann in Schach hielt.

Trotz mehrfacher Aufforderung war der 25-Jährige nicht bereit, sich zu stellen. Also wurde der Hund losgelassen, der den Widerspenstigen auch direkt fasste. Mehrere Bisswunden fügte er dem Angeklagten zu. Nur mit Mühe konnte der aggressive Mann gefesselt werden, weil er um sich trat und schlug. Außerdem beschimpfte er die Beamten mit heftigen Ausdrücken. Mit Hilfe von hinzugerufenen Polizisten wurde er schließlich mühsam in einen Einsatzwagen und später in die Ausnüchterungszelle verfrachtet. Dort wollte er sich nicht einmal die Bisswunden von einem Arzt versorgen lassen. Eine Blutuntersuchung ergab schließlich einen Blutalkoholwert von rund 2,0 Promille.

Vor Gericht zeigte der 25-Jährige keinerlei Einsicht. Er sieht sich eher als Opfer der Ordnungskräfte. Sechs bis sieben Bier und zwei "Kurze" habe er vor der Konfrontation in Neuhof getrunken. Am Rasthof habe er etwas essen und weiteren Alkohol konsumieren wollen.

"Das war mir alles zu blöd", begründet er gegenüber Richterin Petra Ockert sein Verhalten. Außerdem wisse er aus Erfahrung: "Sobald du als Ausländer mit zur Polizeidienststelle gehst, bist du schuldig gesprochen." Schimpfwörter habe er gegenüber den Polizisten sowieso nicht verwendet. Der 25-Jährige ist bereits mehrfach vorbestraft, auch wegen früherer Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte. ls