Arbeiten für den Windpark Hallo auf der Zielgeraden

Arbeiten für den Windpark Hallo auf der Zielgeraden / Drehfunkfeuer kein Hindernis mehr

12. April 2014
Gunzenau

Ein halbes Jahr, nachdem am 11. November 2013 das erste Fundament gegossen wurde, nimmt der Windpark Hallo bei Freiensteinau weithin sichtbare Formen an.

Inzwischen haben die Türme der meisten der insgesamt sieben Windräder mit einer Nabenhöhe von mehr als 130 Metern ihre endgültige Höhe erreicht. An einer Anlage werden noch Turmteile montiert.


Für die Anlieferung der mehr als 50 Meter langen Rotorblätter wurde am Freiensteinauer Ortseingang bereits eine Fläche mit Schotter befestigt, die es den Schwertransportern ermöglichen soll, von der Landesstraße auf die Kreisstraße in Richtung Weidenau abzubiegen und so das Gelände des Windparks zu erreichen.


Inzwischen wird auch in der Nähe der Landestraße zwischen Nieder-Moos und Grebenhain in der Crainfelder Gemarkung weiter gebaut. Hier entsteht ein Umspannwerk der Firma Luftstrom, für das der Grundstein bereits 2013 gelegt wurde. Von dort soll ab Mitte des Jahres der im Hallo produzierte Strom in das Netz der Eon eingespeist werden. Das funktioniert natürlich nur, wenn zwischen Hallo und dem Umspannwerk ein leistungsfähiges Stromkabel existiert. Die Trasse dafür ist ebenfalls im Bau. Hierfür wurde vor einigen Tagen die Landesstraße in Höhe des Gunzenauer Kreuzes unter Einsatz von Spezialbohrmaschinen unterquert.


Ob, wo und in welcher Anzahl im Blauen Eck und in der benachbarten Gemeinde Grebenhain weitere Windenergieanlagen gebaut werden dürfen, entscheidet sich nicht zuletzt mit der Verabschiedung des Regionalplanes Mittelhessen. Während der Offenlage gingen zahlreiche Anregungen und Bedenken ein, die nun in den Plan eingearbeitet oder auf Beschluss der Regionalversammlung verworfen werden. Das Gremium soll noch vor der Sommerpause die zweite Offenlegung beschließen. Behörden und Bürger haben dann erneut die Gelegenheit, ihre Meinung zu den einzelnen Vorrangflächen zu äußern.


Wenn der Regionalplan Mittelhessen in Kraft ist, dürfen lediglich in den dort aufgeführten Vorranggebieten noch Windparks errichtet werden. Für die Gemeinde Freiensteinau ist dort – neben den bestehenden oder im Bau befindlichen Parks – in erster Linie der Kohlwald zwischen Reinhards und Weidenau ausgewiesen. Für Grebenhain sieht der Regionalplan unter anderem einen Streifen von Metzlos über Metzlos-Gehaag bis nach Zahmen vor, der sich entlang der Gemeindegrenze zu Hosenfeld zieht. Der dortige Bürgermeister Peter Malolepszy (CDU) hatte ebenso wie die örtliche Bürgerinitiative gegen den Windpark Werschbach vergeblich auf die Flugsicherung gehofft. Diese hat zu dem von der Firma Hessen-Energie eingereichten Bauantrag eine Stellungnahme abgegeben, die laut einer Sprecherin des Regierungspräsidiums "in die Entscheidung der Genehmigungsbehörde einfließt". Demnach sei die Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung positiv: "Die beantragten acht Anlagen liegen zum Teil 14 Kilometer von zwei Drehfunkfeuern entfernt. Eine Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit der Drehfunkfeuer ist nicht zu erwarten."


Die Behörde habe auch eine "mögliche erhebliche Beeinträchtigung des Flugplatzes Hosenfeld-Jossa berücksichtigt und verneint". Im Bezug auf den Windpark Hallo war die Entscheidung noch anders ausgefallen: Weil der Sicherheitsabstand zur Platzrunde, über die der Flugplatz angeflogen wird, zu gering gewesen wäre, musste Luftstrom auf eines der ursprünglich geplanten neun Windräder verzichten. Die von dem Unternehmen daraufhin eingereichte Klage vor dem Verwaltungsgericht Gießen ist noch nicht entschieden.