Caravan Big Band glänzt in Bad Soden mit einem fulminanten Jahreskonzert

13. März 2018
Bad Soden-Salmünster

Dass die Caravan Big Band aus dem Altkreis Schlüchtern eines der besten Amateur-Jazzorchester Deutschlands, ist spätestens seit dem Bundessieg der Caravaner 2004 bekannt. Doch mit dem neuen Programm „Jazz oder nie!“ setzten sie einen weiteren Glanzpunkt.

Franz-Josef Schwade und sein Ensemble erhöhten die Messlatte in puncto Qualität ein weiteres Mal. Vorgestellt wurde das neue Repertoire beim Jahreskonzert der Big Band am Samstagabend im Spessart-Forum Bad Soden. Dort fanden sich knapp 300 Zuhörer ein, um Jazz auf hohem Niveau zu genießen; und die Erwartungen wurden mehr als erfüllt.

Großen Anteil daran hat die gemeinsame Probenarbeit mit einem Bigband-Profi, dem Altsaxofonisten Heinz-Dieter Sauerborn von der Big Band des Hessischen Rundfunks. Zwar hat die Caravan Big Band inzwischen auch Jungprofis in ihren Reihen, doch die Workshops mit dem erfahrenen Spitzenmusiker Sauerborn hat das Jazzorchester aus dem Bergwinkel einen weiteren und hörbar großen Schritt vorangebracht. Kraftvoll, mutig und vor allem sehr souverän und sicher präsentierten sich die etwa zwei Dutzend Musikerinnen und Musiker in Bad Soden.

Caravan Big Band glänzt in Bad Soden mit einem fulminanten Jahreskonzert

Auch aus diesem Grund haben die Caravaner die Palette von Arrangements für Amateurorchester längst um jene für professionelle Big Bands erweitert. Und in diesem Metier werden nicht etwa nur die „Einstiegsnummern“ geprobt, sondern inzwischen auch solche der höheren Schwierigkeitsstufen – und dies zu Recht, weil die Akteure, von denen manche trotz jungen Alters schon „alte Hasen“ sind, es inzwischen einfach können.

Schon der Opener an diesem Abend, der „Trumpet Blues & Cantabile“ von Harry James, bewies dies eindrucksvoll. Bei diesem zeigten die Trompeter Maurizio Bueti, Sebastian Schwade, Julius Rüttger und Daniel Betz als „Front-Quartett“, was sie bläserisch drauf haben.

Caravan Big Band glänzt in Bad Soden mit einem fulminanten Jahreskonzert

Beim darauffolgenden „Freckle Face“ von Count Basie tat dies ihnen ihr Trompeterkollege Tobias Engel gleich, während Annalena Schwade am Piano als „Comtesse“ Basie agierte. Heinz-Dieter Sauerborn stellte unter anderem bei Peter Herbolzheimers „The Healer“ seine Qualitäten als „einer der besten Altsaxofonisten überhaupt“ mühelos unter Beweis. Mit diesen Vorschusslorbeeren hatte ihn Schwade angekündigt – und nicht übertrieben.

Als eine sehr versierte Gesangsinterpretin brillierte Theresa Engel vor allem mit einem Medley aus George Gershwins „Porgy & Bess“. Die zuweilen sehr schwierige Melodieführung schien der Sängerin zu keiner Zeit Probleme zu bereiten, ebensowenig der Wechsel zwischen druckvollem und filigranem Gesang.

Im zweiten Teil des Abends führten „Gospel John“ und Titel wie „Seven days“ von Sting zu rhythmisch wie melodisch sehr anspruchsvollen Funkrock-Nummern sowie souligem Jazzrock des US-Musikerkollektivs „Snarky Puppy“. Hierbei zeigte sich – neben dem sehr verlässlichen Schlagzeuger Alexander Hoßfeld – über welch großes Potenzial die Caravan Big Band inzwischen verfügt. / hgs