Bahnausbau: Kreis bündelt Forderungen aus der Region

11. Oktober 2018
Main-Kinzig-Kreis

Der Main-Kinzig-Kreis hat den Kernforderungen der Region zum geplanten vierspurigen Ausbau der Bahnstrecke Hanau – Gelnhausen politischen Nachdruck verliehen.

„Die Bürgerinnen und Bürger, die entlang der Strecke wohnen, müssen wirksamer vor Lärm geschützt werden. Und die Bahn als Beförderungsmittel muss für die Menschen in der Region attraktiver werden und leichter zu nutzen sein. Das haben wir gegenüber der Deutschen Bahn noch einmal deutlich gemacht“, erklärte Landrat Thorsten Stolz in der Pressemitteilung des Main-Kinzig-Kreises, die Sie nachfolgend im Wortlaut lesen.

Eine ganze Reihe von Forderungen aus dem Main-Kinzig-Kreis sind in den vergangenen Monaten in und außerhalb des Dialogforums diskutiert worden. Die Deutsche Bahn hat bereits gegenüber dem Main-Kinzig-Kreis das Versprechen abgegeben, dass auch die Haltepunkte entlang der Bestandsstrecke barrierefrei ausgebaut und die Strecke insgesamt für die Anrainerkommunen geräuschärmer werden sollen. Per Beschluss des Kreisausschusses bekräftigt der Main-Kinzig-Kreis nun dieses sowie weitere Forderungen aus der Region zum Abschnitt zwischen Brüder-Grimm- und Barbarossastadt.

In dieser Woche hat Landrat Thorsten Stolz die Liste mit den Forderungen in gebündelter Form an die DB Netz AG und das Bundesverkehrsministerium weitergeleitet.

Nachdrücklich unterstützt und fordert der Main-Kinzig-Kreis demnach:

– den barrierefreien Ausbau des Hauptbahnhofs Hanau, der Haltepunkte Hanau-Wolfgang, Rodenbach, Langenselbold, Niedermittlau, Lieblos, Hailer-Meerholz und des Bahnhofs Gelnhausen,

– Lärmschutz an der Ausbaustrecke, der auf dem Niveau der neuen Grenzwerte der Lärmvorsorge erfolgen soll,

– die Berücksichtigung der Lärmvorbelastung durch Flug-, Straßen- und sonstigen Lärm bei der Lärmschutzberechnung des Ausbaus,

– Lärmschutzwände im Bereich der Verkehrsstationen, die vollständig transparent realisiert werden sollen,

– die im Rahmen des Ausbaus notwendigen naturschutzrechtlichen Kompensationsmaßnahmen, zum größten Teil auf dem Gebiet des Main-Kinzig-Kreises,

– den Erhalt des ICE-Knotens Hanau und die Erhöhung der dort haltenden ICE-Verbindungen,

– eine in finanzieller Hinsicht Nichtbelastung der an der Ausbaustrecke liegenden Kommunen im Zuge von Bahnhofsumgestaltungen und des Streckenausbaus,

– den Bau und die Finanzierung von Logistikflächen und -straßen zur Vermeidung von Baustellenverkehr und -lärm in Siedlungsgebieten,

– die Einrichtung einer Stiftung für die Region zum Ausgleich der Betroffenheiten während der Bauphase und des Betriebs der Bahnstrecke sowie

– möglichst eine Fortführung der Ausbaustrecke bis zum Bahnhof Haitz/Höchst.

„Der Trassenausbau auf der Strecke von Hanau nach Gelnhausen und weiter bis nach Fulda ist notwendig“, sagt Thorsten Stolz und erinnert daran, dass der Main-Kinzig-Kreis die Planungen von Beginn an konstruktiv im Sinne der Menschen in dieser Region begleite. „Wir betonen dabei immer wieder: Die Akzeptanz für den Ausbau in der Region selbst hängt stark davon ab, inwiefern die Menschen direkt profitieren. Insofern helfen die einzelnen Punkte den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort und letztlich auch der Bahn.“

Die Forderungen des Main-Kinzig-Kreises und der Städte und Gemeinden fließen jetzt in die sie so genannte parlamentarische Befassung ein. Das bedeutet, dass letztendlich der Bundestag über den Maßnahmenkatalog entscheidet.

Entscheidung fällt für die Vorzugsvariante IV: Bernd Woide und Michael Brand sind zufrieden

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Fraktionen kritisieren Vorgehen der Bahn bei Trassenentscheidung

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