Aus „Philosophieren“ wird ein Zuhause – Krämerstraßen-Projekt nimmt Fahrt auf

14. Februar 2020
Schlüchtern

„Ich hätte am liebsten schon mehrfach hingeschmissen“, bekannte Architekt Rolf Krüger gestern während der Übergabe der Baugenehmigung für das Generationen-Wohnprojekt in der Krämerstraße durch Landrat Thorsten Stolz (SPD). Krüger hat nicht hingeschmissen. Nun soll es also weitergehen mit dem Projekt, das sich schon seit mehr als drei Jahren zieht.

Von unserem Redaktionsmitglied Tim Bachmann

Der Bauzaun musste weichen. Zumindest kurzfristig, um alle Beteiligten und Bauherren für ein Foto auf dem Gelände des im Vorjahr abgerissenen „Krein-Hauses“ zusammenzustellen. „Es war ein dickes Brett zu bohren“, berichtete Architekt Krüger aus Petersberg. Umso mehr freue er sich, dass es nun weitergehen könne. Besonders dankte er den Bauherren, die dem Projekt trotz der Verzögerungen die Treue gehalten hätten.

Volle Unterstützungsarbeit von den Gremien

Und auch über Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) war Krüger voll des Lobes, habe dieser ihn doch mehrfach davon abgebracht, einfach aufzugeben: „Wir verwirklichen das Projekt“, habe der Bürgermeister immer wieder gesagt, so Krüger. Und auch die städtischen Gremien und der Main-Kinzig-Kreis hätten volle Unterstützungsarbeit geleistet.

Landrat Stolz berichtete von der Übergabe der Abriss-Genehmigung im April 2018. „Alles war startklar“, habe er gedacht, doch manchmal dauere es eben etwas länger, bis solch ein Projekt wirklich realisiert werden könne. Stolz hob die Besonderheit hervor, dass hier kein Großinvestor eintrete, sondern eine Bauherrengemeinschaft.

Quadratmeterpreis deutlich unter dem Durchschnitt

Wie Krüger hinzufügte, seien die Bauherren alle aus der Region: Schlüchterner, Neuhofer. „Einheimische, kein Investor aus Hamburg“, was auch Ziel gewesen sei. „Eine Fläche in Schlüchtern für Schlüchtern und die Menschen hier“, so Krüger.

Der Quadratmeterpreis von 2400 Euro „hört sich zwar im ersten Moment viel an, aber im Vergleich zu sonstigen vergleichbaren Projekten im Main-Kinzig-Kreis liegt er deutlich drunter“, erklärte der Landrat weiter. Stolz lobte das Gesamtprojekt, die Lage und auch die Planungen zu den verschiedenen Wohnungen. „Da ist für jeden etwas dabei“, befand er.

„Intensivstes“ Bauprojekt von Bürgermeister Möller

Insgesamt werde das Vier-Millionen-Euro-Vorhaben mit 26 Wohnungen in der Innenstadt bis zu 60 Personen ein neues Zuhause bieten können. Hinzu kommt ein Parkhaus, dessen Bau als nächstes folgen wird. Denn innerstädtischer Parkraum ist knapp, nicht nur in Schlüchtern, waren sich Stolz und Krüger im Zwiegespräch einig.

Bürgermeister Möller bekannte, das Generationen-Wohnprojekt sei „das intensivste, was ich in meiner bisherigen Amtszeit begleiten durfte“. Als er im Jahr 2016 erstmals mit Krüger und der damaligen Bauamtsleiterin Heike Schrepper (geborene Merten) philosophierend zur Krämerstraße gelaufen sei, „hätte ich mir nicht denken können, dass das Ganze mehr als drei Jahre in Anspruch nimmt“.

Einzug im Frühjahr 2021

Umso mehr freue er sich, dass die Bauherren „uns die Treue gehalten haben. Und ich danke auch dem Main-Kinzig-Kreis für die Unterstützung“, so Möller. Obwohl es so lange gedauert habe, sei die Übergabe der Baugenehmigung ein „gutes Signal, dass es jetzt endlich weitergeht“. Denn: „Ende gut. Alles gut“, verkündete Möller zufrieden.

Wie Krüger bereits im Vorfeld berichtete, fangen die eigentlichen Arbeiten jetzt erst so richtig an. Zuerst wird der Bauschutt beseitigt, dann sollen die Rohbau-Firmen anrücken und das Parkhaus errichten. Und wenn dann alles läuft, wie es (jetzt neu) geplant ist, dann können sich die Bauherren schon auf den Einzug in die Wohnungen auf dem 2100-Quadratmeter-Areal im Frühjahr 2021 freuen.

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