Bluttat in Salmünster: Haupttäter muss sieben Jahre in Haft

13. Mai 2019
Salmünster

Der Hauptangeklagte im Fall der Bluttat am Bahnhof Salmünster, bei welcher Mitte September 2018 ein 19-Jähriger aus Bad Soden-Salmünster durch Messerstiche starb, ist am Montag vom Landgericht Hanau wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Ein mitangeklagter 17-Jähriger erhielt eine Bewährungsstrafe wegen Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung.

Von unserem Redaktionsmitglied Hanns Szczepanek

Beide Strafen sind Jugendstrafen, weil die Tatverdächtigen zum Zeitpunkt des Verbrechens am 14. September vorigen Jahres noch minderjährig waren. Weil demzufolge nach Jugendstrafrecht verhandelt wurde, fanden alle Verhandlungstage seit dem Prozessauftakt am 6. März unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Auch Pressevertreter waren nicht zugelassen worden.

Verteidigung forderte Freispruch

Der als Haupttäter verurteilte junge Mann aus Sinntal ist inzwischen 18 Jahre alt, der Mittäter aus Wächtersbach noch immer 17. Der Haftbefehl für den Sinntaler hat weiterhin Bestand, die Zeit seiner U-Haft wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet. Die Verteidigung hatte für beide Angeklagte Freispruch beantragt, signalisierte jedoch, für den heute 18-Jährigen ein Urteil wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge und für den 17-Jährigen einen sanktionsfreien Schuldzuspruch zu akzeptieren.

Bewährungsstrafe für Mittäter

Doch das Gericht folgte dieser Option nicht. Landgerichtspräsidentin Susanne Wetzel nahm sich als Vorsitzende Richterin gestern offenbar anderthalb Stunden Zeit, um das Urteil zu verkünden und eingehend zu erläutern. Oberstaatsanwalt Dominik Mies erklärte auf Anfrage, der Mitangeklagte erhalte eine Jugendstrafe von 18 Monaten, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werde. Hinzu komme die Zahlung von insgesamt 1000 Euro an mehrere soziale Einrichtungen. Der Bewährungshelfer werde auch darauf achten, dass der 17-Jährige in den kommenden acht Monaten 160 Stunden gemeinnützige Arbeit leistet.

Streit um Mädchen? 19-Jähriger auf Parkplatz in Bad Soden-Salmünster getötet (mit O-Ton Oberstaatsanwalt)

Bei einem Streit auf einem Parkplatz ist in Bad Soden-Salmünster (Main-Kinzig-Kreis) ist am späten Freitagabend ein 19-Jähriger getötet worden. Als mutmaßlicher Täter wurde ein 17-Jähriger vorläufig festgenommen.

Tödlicher Stich in den Hals


Wie berichtet, ging es bei der Auseinandersetzung um ein Mädchen, das zuvor die Freundin des Angeklagten aus Sinntal gewesen sein soll. Dabei stach der 17-Jährige nach den Worten des Obduktionsberichts fünfmal auf das 19-jährige Opfer ein. Die Stiche trafen den jungen Mann aus der Kurstadt am linken Unterarm, am linken Oberarm, am linken Schulterblatt sowie entlang des Schlüsselbeins. Der tödliche Stich sei etwa elf Zentimeter tief in den Hals eingedrungen, habe dort eine Arterie durchtrennt und eine Vene verletzt. Das Opfer starb kurz darauf noch am Tatort.

In den Stunden und Tagen nach der Tat hielten Freunde und Angehörige des in der Kurstadt sozial integriert gewesenen Deutsch-Marokkaners Mahnwachen und stellten am Tatort Kerzen und Blumen in Herzform auf. Zu dem Prozess vor dem Landgericht Hanau waren zwei Nebenkläger zugelassen.

Beide Verurteilten sind deutsche Staatsbürger und in Deutschland geboren. Der Haupttäter hat nach Informationen unserer Zeitung albanische Wurzeln, der Mitangeklagte türkische. Sollten binnen einer Woche keine Rechtsmittel eingelegt werden, wird das Urteil rechtskräftig.

Haftbefehl gegen 17-Jährigen: Bad Soden-Salmünster steht nach Tötungsdelikt unter Schock

Nachdem bei einem Streit auf einem Parkplatz in Bad Soden-Salmünster (Main-Kinzig-Kreis) ein Jugendlicher einen 19-Jährigen getötet haben soll, ist gegen den 17 Jahre alten mutmaßlichen Täter wegen des Verdachts des Totschlags Haftbefehl erlassen worden.

Messerstiche führten zum Tod - Streit um Mädchen bestätigt

Der 19-Jährige, der am späten Freitagabend während eines Streits auf einem Parkplatz am Bahnhof Salmünster angegriffen wurde und dabei zu Tode kam, ist an Messerstichen gestorben. Dies steht im vorläufigen Obduktionsbericht der Gerichtsmedizin.