Enver Simseks Sohn Abdulkerim enthüllt Gedenktafel

12. September 2013
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Schlüchtern

"Danke für die Bemühungen. Es ist eine sehr große Ehre, in meiner Heimat die Gedenktafel für meinen Vater enthüllen zu dürfen. Er war ein großartiger Mann und ein guter Vater." Mit diesen Worten hieß Abdulkerim Simsek die etwa 150 Gäste zur Enthüllung der Gedenktafel in Schlüchterns Bahnhofstraße willkommen.

Am 13. Todestag des Blumenhändlers aus Schlüchtern wurde die Bronze-Tafel zum Gedenken an das erste Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds an der Wand des ehemaligen Ladens in der Bahnhofstraße unter großem Publikums- und Medieninteresse enthüllt. Mit einer kleinen ökumenischen Andacht wurde an Simsek erinnert. Imam Ismail Öteles vom Türkisch-Islamischen Verein, der katholische Pfarrer Dr. Lech Kowalewski und Pfarrer Joachim Truss von der evangelischen Kirche warben gemeinsam für ein friedliches Miteinander.

Dies griff auch Schlüchterns Bürgermeister Falko Fritzsch (SPD) auf, der an das erste Opfer "einer verblendeten Gruppe von Terroristen" sowie an eklatante Versäumnisse von Behörden erinnerte. Simsek sei ein Schlüchterner, "einer von uns" gewesen. Die Tafel soll Aufruf sein, entschieden gegen jede Form von Rassismus vorzugehen. Fritzsch dankte der in Schlüchtern lebenden Angehörigen Fadime Simsek für deren integrative Bemühungen sowie der Grünen-Fraktion, die mit ihrem Antrag im Stadtparlament die Gedenktafel auf den Weg gebracht hat.

Lesen Sie mehr zur Gedenktafel-Enthüllung, Hintergrund-Informationen und ein Kurzinterview mit Abdulkerim Simsek in der Printausgabe der KN am Donnerstag sowie im E-Paper.