Flaggen an Polizeistation auf dem Kopf: Staatsschutz ermittelt

27. Februar 2019
Schlüchtern

Das mit dem „Versehen“ war womöglich doch eine Ausrede: Weil die Deutschland- und die Hessen-Flagge am Holocaust-Gedenktag am 27. Januar vor der Polizeistation Schlüchtern über Stunden hinweg verkehrt herum aufgehängt waren, gibt es nun strafrechtliche Ermittlungen.

Das Polizeipräsidium Südosthessen bestätigte am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung, dass das Fachkommissariat für Staatsschutzdelikte wegen des Verdachts einer Straftat nach Paragraf 90a (Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole) und nach Paragraf 130 im Strafgesetzbuch (Volksverhetzung) ermittle. Die an diesem Tag in Schlüchtern Dienst habenden Beamten sind bis auf Weiteres in andere Dienststellen versetzt worden.

Welche politische Aussage mit einem kopfstehenden Hoheitszeichen wie der Deutschland-Flagge verbunden ist, darauf gibt es keine völlig eindeutige Antwort. In den meisten Fällen wird unterstellt, wer eine schwarz-rot-goldene Fahne auf den Kopf dreht, der wolle das Land verächtlich machen. In manchen Fällen ist von einer Nähe zu Rechtsextremen die Rede.

Mehr zur „Flaggen-Affäre“ von Schlüchtern – unter anderem Details und Hintergründelesen Sie am Mittwoch in einem ausführlicheren Bericht in den gedruckten Ausgaben unserer Zeitung sowie heute ab 19 Uhr als Abonnement im Premiumbereich unserer App. / hgs