Flugsicherung sagt Nein zu Hallo-Plänen

Alte Genehmigung hat Bestand

04. Juli 2013
Freiensteinau

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) lehnt den geplanten Windpark der Firma Luftstrom Windwald Blaues Eck ab. In der Praxis dürfte dies bedeuten, dass die sieben Anlagen wohl nicht mehr in diesem Jahr ans Netz gehen werden.

Seit geraumer Zeit hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) ihre Haltung bezüglich der geforderten Abstände von Windkraftanlagen zu ihren Funkfeuern verändert. Statt drei Kilometer soll die Mindestentfernung künftig bei 15 Kilometern liegen. Nach den Projekten in der Gemeinde Birstein (die KN berichteten) gab es offenbar auch eine ablehnende Stellungnahme zum Windpark in der Freiensteinauer Gemarkung Hallo. Dort will bekanntlich die Firma Luftstrom auf gemeindeeigenem Grund mindestens sieben Windräder errichten. Im vergangenen Oktober erteilte das Regierungspräsidium die Baugenehmigung für Anlagen des Herstellers Enercon mit einer Gesamthöhe von 196 Metern.

Statt diese Windräder umgehend zu errichten, stellte die Firma Luftstrom später einen Änderungsantrag zur vorliegenden Genehmigung. Nun sollen Windräder des Herstellers Vestas mit ähnlichen Kennzahlen gebaut werden. Im Zuge dieses Verfahrens wurde auch die Flugsicherheit beteiligt. "Ja, die DFS wurde beteiligt und hat eine ablehnende Stellungnahme abgegeben", hieß es dazu gestern auf KN-Anfrage aus dem Regierungspräsidium. In Bezug auf das Repowering in der – etwa einen Kilometer näher zum Funkfeuer bei Ober-Seemen gelegenen Gemarkung Auf der Haid – "hat die Luftverkehrsbehörde dem Vorhaben zugestimmt".

Bauen darf Luftstrom übrigens dennoch: Die Genehmigung für die Enercon-Anlagen ist weiter gültig.

Während Luftstrom-Chef Michael Häußer nicht für eine Stellungnahme erreichbar war, reagierte Freiensteinaus Bürgermeister Friedel Kopp (parteilos) auf die Nachricht mit Entrüstung: "Das ist nicht nachvollziehbar. Wenn das so zutreffen ist, können wir den Netzanschluss noch in diesem Jahr vergessen. Wenn die Flugsicherung das so durchzieht, kann man die Ergebnisse des hessischen Energiegipfels vergessen."