Freizeitmobil-Hersteller KnausTabbert präsentiert neue Modelle

04. Juni 2014
Grafenau

Vor 350 Händlern aus ganz Deutschland hat der Freizeitmobil-Hersteller KnausTabbert in Grafenau im bayrischen Wald seine neuen Wohnmobil- und Wohnwagenmodelle vorgestellt. Schwerpunkt dabei waren die Wohnwagen von Tabbert, die im Sinntaler Ortsteil Mottgers von 275 Mitarbeitern hergestellt werden.

Vier der fünf Modelle von Tabbert wurden komplett neu konstruiert und sollen den Weg des Traditionsunternehmens in die Zukunft markieren. Der „Mercedes unter den Wohnwagen“, wie die Tabbertianer stolz sagen, war allerdings nach der Insolvenz 2008 stark ins Schlingern geraten. Aber seit Herbst 2013 ist in Mottgers die neue Montagehalle in Betrieb. Und jetzt kommen die neuen Modelle.

Die Heckansicht erinnert an einen Mercedes. Und das soll sie auch. Der Anspruch ist enorm. Tabbert soll wieder zum Qualitätsmaßstab in der Branche werden, verkündete Mario Volklandt, der bei Tabbert für das Produkt- und Markenmanagement verantwortlich ist. Plastik ist verpönt, dafür Metall und Holzoberflächen in, die „ein haptisches Erlebnis“ vermitteln sollen. Das Modell Rossini markiert mit knapp 17.500 Euro die Einstiegsklasse. Dann geht es weiter mit DaVinci (19.900 Euro), Vivaldi (21.490 Euro) bis zum Puccini für Anspruchsvolle und einem Preis von 28.590 Euro. Das Topmodell ist der Cellini, der bislang Grande Puccini hieß. Er kostet mindestens 40.150 Euro. Damit sind die Preise trotz Neukonstruktion stabil geblieben, in einigen Fällen sogar gesunken. Und: Tabbert verbaut als einzige Marke ohne Aufpreis das Anti-Schlinger-System ATC, das den Anhänger in brenzligen Situationen vor dem Ausbrechen. „Wir machen keinen Unterschied, ob jemand mehr Geld für einen Wohnwagen ausgibt oder weniger. In Punkto Sicherheit behandeln wir alle gleich“, sagte Volklandt in einer mitreißenden Rede, die den Aufbruch in Mottgers widerspiegelte.

Hauptkunden von Tabbert sind bislang Vielfahrer wie Schausteller und fahrendes Volk, die einen Großteil des Jahres in Wohnwagen unterwegs sind und viel Wert auf Qualität legen. Die neuen Modelle sollen aber auch andere Zielgruppen wie junge Familien oder Dauercamper anlocken. Die Produktion in Mottgers betrug im vergangenen Jahr 2500 Wohnwagen. Da ist noch Luft nach oben. Ausgelegt ist die Fabrik, in die in den letzten Jahren zehn Millionen Euro investiert wurden, für bis zu 5000 Stück.

Knaus Tabbert blickt trotz eines insgesamt schrumpfenden Marktes optimistisch nach vorn. In den ersten fünf Monaten des Jahres stieg der Umsatz um 5,3 Prozent über Plan auf 120 Millionen Euro. Der Auftragseingang liegt mit 3427 Stück 29 Prozent über den Erwartungen. Wie viel davon auf die Marke Tabbert entfallen, war nicht in Erfahrung zu bringen. 2014 strebt das Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Jandelsbrunn im bayrischen Wald hat, einen Umsatz von knapp 300 Millionen Euro an. 2013 waren es 274 Millionen Euro gewesen.

Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD), der an der Veranstaltung teilnahm, zeigte sich überzeugt, dass Tabbert trotz des schwierigen Marktumfelds gut aufgestellt sei.

Ein Porträt von „Mister Tabbert“ Mario Volklandt gibt es am Donnerstag in Print und im E-Paper. Außerdem in den nächsten Tagen weitere Berichte in Print, unter anderem ein Gespräch mit Geschäftsführer Werner Speck.

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