Grausame Details: Opfer fehlen Teile von Ohren und Augenlidern

13. Oktober 2016
Schlüchtern

Nach einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern am Freitag in Schlüchtern sind grausame Details ans Licht gekommen. Als das Opfer, ein 18-Jähriger, ins Krankenhaus kam, fehlten ihm Teile seiner Ohren und Augenlider. Ob der Täter sie abgeschnitten oder abgebissen hat, steht nicht fest.

Gegen 22 Uhr schallten laute Hilferufe aus einer Wohnung in der Obertorstraße, im Herzen von Schlüchtern. Die Polizei wurde alarmiert. Dort fand sie den 18-jährigen Somalier mit schweren Verletzungen vor. Offenbar war mit einem Messer auf ihn eingestochen worden.

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Zunächst war davon die Rede, dass dem jungen Mann eine Gabel in den Hals gerammt wurde. In einer Pressemitteilung sprach die Polizei von schweren Gesichtsverletzungen. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Ermittlungen noch am Anfang gestanden, deswegen habe man sich mit Details zurückgehalten, erklärte Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze.

Nun sind weitere grausame Details ans Licht gekommen. Das Opfer wurde grausam verstümmelt. Als der junge Somalier ins Krankenhaus kam, fehlten ihm Teile der Ohren, der Augenlider und der Nase. Zudem hatte der Täter seinem Opfer mit der Gabel nicht nur in den Hals, sondern auch in die Augäpfel gestochen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Hanau auf Nachfrage.

Ärzte kämpfen um Augenlicht

Ob der Täter, ein 19-Jähriger aus Eritrea, die Ohren und Augenlider abgeschnitten oder gar abgebissen hat, steht derzeit nicht fest. „Die Ermittlungen gestalten sich schwierig“, berichtet Heinze. Der Täter, er sitzt seit dem in Untersuchungshaft, schweigt.

Das Opfer wird in einer Spezialklinik behandelt, kann nicht vernommen werden. Derzeit kämpfen Ärzte um das Augenlicht des 18-Jährigen. Der Oberstaatsanwalt zeigte sich schockiert über die Brutalität: „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte er.

Warum es zu der Auseinandersetzung kam, ist bislang unklar. Der mutmaßliche Täter wohnt in der Wohnung in der Obertorstraße. Das Opfer war zu Besuch, ist aber nur wenige Häuser weiter gemeldet. Gegen den 19-Jährigen wird wegen versuchter Tötung und schwerer Körperverletzung ermittelt.

Hinweise auf eine rituelle Handlung seien nicht bekannt, aber nicht auszuschließen, sagte Heinze hessenschau.de. Unklar sei auch, inwieweit sich das Opfer gewehrt habe und ob der mutmaßliche Täter den 18-Jährigen möglichst lange quälen wollte. „Mit einem gezielten Stich hätte der mutmaßliche Täter schließlich die Sache schneller beenden können“, sagte Heinze. / kbk