Hinweis vom FBI: Mann aus Gründau wegen Besitzes von Kinderpornos verurteilt

28. November 2019
Gründau

Wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischem Material ist ein 35-Jähriger vor dem Amtsgericht Gelnhausen zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (60 Tagessätze zu jeweils 20 Euro) verurteilt worden. Die Ermittlungen gegen den verheirateteten Familienvater hatte die amerikanische Bundespolizei FBI ins Rollen gebracht.

Das FBI hatte Hinweise erhalten, dass der Gründauer entsprechende Dateien heruntergeladen haben soll. Die US-Ermittler schalteten daraufhin das Bundeskriminalamt ein. Am 26. Juli 2018 standen Kripo-Beamte mit Durchsuchungsbeschluss vor der Haustür des 35-Jährigen. Der Beschuldigte zeigte sich kooperativ und gab Computer, Handy und Festplatten heraus. Darauf fanden sich 29 Dateien mit kinder- und jugendpornografischen Bildern oder Filmen.

Bilder von Tochter gefunden

Die Minderjährigen nehmen darauf sexuelle Handlungen an sich selbst, untereinander oder an Erwachsenen vor. Pikant: Es fanden sich auch Bilder seiner sechsjährigen Tochter.

Der Beschuldigte ließ alle Vorwürfe über seinen Rechtsanwalt einräumen. Die Fotos der Tochter zeigen, wie diese sich nachts im Schlaf bewege.

Wie die übrigen Aufnahmen von fremden Minderjährigen auf seinem Rechner landeten, könne er sich nicht erklären. Der Beschuldigte räumte ein, schon „sehr, sehr viele pornografische Dateien mit Erwachsenen“ heruntergeladen zu haben. Möglicherweise seien dabei die verbotenen Aufnahmen von Kindern auf den Rechner gelangt.

Verteidiger sieht „Dummheit und Naivität“

Der Verteidiger sprach von „Dummheit“ und „Naivität“ des Gründauers, der das Material keineswegs zur sexuellen Befriedigung benötigt habe oder gar pädophil veranlagt sei.

Der 35-Jährige selbst zeigte sich von den Vorwürfen schwer getroffen und weinte große Teile der Gerichtsverhandlung. Er liebe seine Kinder und habe sie „niemals angefasst“.

Sein Verteidiger machte die modernen Medien mitverantwortlich. Die auf den Bildern gezeigten Szenen deuteten nur auf eine „unterschwellige Kategorie“ von verbotenem pornografischem Material hin. Seine Forderung: 900 Euro Geldstrafe.

Geständnis war strafmildernd

Richter Dr. Wolfgang Ott legte die Sanktion 300 Euro höher fest, wobei er strafmildernd das Kooperieren des Beschuldigten mit den Ermittlern, sein Geständnis und das bislang straffreie Leben des Mannes würdigte. / ls

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