„Klimapakt für Schlüchtern“ legt Ergebnisse vor

03. Dezember 2019
Schlüchtern

Der Wito-Klimapakt für Schlüchtern kann bereits ein erstes, wichtiges Ergebnis präsentieren: Fast 70 Prozent der gemeldeten CO2-Emissionen aus dem Jahr 2018 sind auf den Verbrauch von herkömmlichem Strom zurückzuführen – und könnten demzufolge durch Ökostrom deutlich reduziert werden.

Vor sieben Wochen trafen sich 17 Schlüchterner Unternehmer auf Einladung des Vereins für Wirtschaft und Tourismus (Wito), um eine Initiative von Karl Friedrich Rudolf und Gerd Neumann mit Leben zu erfüllen: Den „Klimapakt für Schlüchtern“ schmieden. Sein Ziel ist es, Kohlendioxid, also CO2, einzusparen.

CO2-Ausstoß pro Jahr ermittelt

Im ersten Schritt gaben die Teilnehmer die Energie-Verbrauchswerte ihres Unternehmens für das Jahr 2018 an. Dazu zählen Strom und Art des Stroms, Treibstoffe, Heizöl, Biogas, Holzpellets oder die Anzahl der Flüge. Ausgelassen wurden hingegen (noch) die Angaben zu Mitarbeiterfahrten, Frischwasserverbrauch und weiteres. Aus den gelieferten Zahlen ermittelte ein Sachverständiger den jeweiligen CO2-Ausstoß pro Jahr.

Bandbreite reicht von 4 bis 470 Tonnen

Von 17 Unternehmern gaben 15 ihre Verbrauchswerte an. Daraus ergibt sich ein Jahresausstoß an CO2 von insgesamt 1275 Tonnen. Dabei war die Bandbreite der jeweiligen Emissionen enorm, wie die Teilnehmer mit Erstaunen feststellten: Diese reichten von rund 4 bis fast 470 Tonnen pro Unternehmen.

„Interessant ist dabei, dass rund 890 Tonnen oder fast 70 Prozent der gemeldeten Kohlendioxid-Emissionen im Jahr 2018 auf den Verbrauch von Normalstrom zurückzuführen sind“, sagte Rudolf beim jüngsten Treffen der Teilnehmer im Kernbereichsbüro.

Heizöl liegt auf Platz zwei

An zweiter Stelle der Emissionen liegt der Heizöl-Verbrauch mit 9,8 Prozent des insgesamt emittierten CO2 gefolgt von Diesel (9,4 Prozent) und Erdgas (7,2 Prozent). Kaum eine Rolle spielt in diesen Firmen der Flugverkehr.

Alle Teilnehmer waren sich einig, kein „Greenwashing“ betreiben zu wollen. Davon ist die Rede, wenn sich Unternehmen einen ökologischen Anstrich verpassen, in Wahrheit aber nichts oder nur wenig ändern.

Teilnehmer wollen gemeinsame Maßnahmen treffen

Nach der Bestandsaufnahme wollen die Teilnehmer nun gemeinsame Maßnahmen ergreifen, um Energie einzusparen und CO2 zu vermeiden. So bietet nach Ansicht von Karl Friedrich Rudolf der Einkauf von Grünstrom, der nur wenige Prozent teurer als Normalstrom sei, ein erhebliches Potential.

Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde Normalstrom schlägt mit 0,524 Kilogramm CO2 zu Buche, bei Grünstrom sind es lediglich 0,0342 Kilogramm. Eine weitere Möglichkeit stellt der Einsatz von Photovoltaikanlagen dar, die über einen Speicher verfügen. Darüber informierte Roland Kolb von der Firma „Kolb und Müller“ aus Elm.

Umstellung auf LED-Technik

Nach seinen Angaben sei dadurch eine CO2-Reduktion mit „einem betriebswirtschaftlich sehr guten Ergebnis“ möglich. Ein Vertreter der Stadt Schlüchtern berichtete über die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik und die dadurch erzielten Einsparungen.

Beim nächsten Treffen geht es um E-Autos

Beim nächsten Treffen des „Klimapakts“ im März 2020 wird Dirk Richter vom Autohaus Schlichting über die aktuelle Technik von E-Autos informieren. Ein Kurzvortrag von Philip Hofmann von der RhönEnergie Fulda zum Thema „Energiesparen durch Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik“ soll diesen Abend abrunden.

Einig waren sich alle Teilnehmer über die Fortführung des Klimapakts. Nach wie vor ist jedes weitere Wito-Mitglied in der Initiative willkommen. Rudolf sagte, die Eintrittsbarriere sei sehr niedrig und die zu liefernden Daten seien sehr einfach zu ermitteln. / ag, ge

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