Kritische Töne gegen geplanten Windpark bei Infoabend

Kritische Töne gegen geplanten Windpark bei Infoabend

15. September 2013
Sterbfritz

Zu einer hitzigen Debatte geriet die Bürgerinformationsveranstaltung zu den geplanten Windkraftwerken auf der Breiten First zwischen Schlüchtern und Sinntal, die am Freitag in Sterbfritz stattfand.

"Die Gemeinden Sinntal und Schlüchtern haben keinerlei finanziellen Nutzen von den Windkraftwerken in Ramholz, das ist volkswirtschaftlicher Wahnsinn", prangert Willi Merx, Mitglied der Bürgerinitiative Ramholz, an. 15 Minuten Sprechzeit hatten die jeweiligen Vertreter um ihren Standpunkt zu präsentieren. Neben diesem Aspekt bemängelten er und sein Sprechpartner, Knut Fehl, dass die Windkraftanlagen zu nah an Schule, Kindergarten und Seniorenheim gebaut werden würden. Natürlich spiele auch die Natur eine Rolle, der Wald müsste gerodet werden und die Windräder würden die "kulturelle Perle Ramholz im Berwinkel zerstören".

Als nächstes dürfen die Befürworter der Windkraftanlagen, Marc Oeffner und Wolfgang Ruch, Mitglieder der Synenergie, ihren Standpunkt vorstellen. Diese betonen, dass sie alle Regeln des Landesentwicklungsplans beachtet hätten, wobei sie Abstände von Winkraftwerken zu Wohnorten nur mit den Sinntaler Ortschaften verglichen. Darauf folgte direkt Protest der Zuschauer. "Was ist denn mit Ramholz?", fragte einer der Gäste. Worauf der Vortragende Ruch mit einem Schmunzeln antwortete, dass sie sich für diese Sitzung nur auf Sinntal vorbereitet hätten. Das Publikum ist sichtlich verärgert, als dann noch behauptet wird, dass "keine Bäume, sondern Büsche" gerodet werden, ist die Aufregung im Publikum komplett.

Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) erklärt, warum die Bürger nicht direkt informiert wurden. Dies liege an dem Vorgehen, dass die Öffentlichkeit erst bei genauerer Planung miteinbezogen werde. Und da der Regionalplan nichts zu Windkraftwerken beinhalte, ist es grundsätzlich möglich, überall Windkraftwerke zu bauen. Er versuche aber, eine Fristverlängerung zu bekommen um mögliche Standorte nochmal überprüfen zu können, denn "Irgendjemand wird immer betroffen sein".

Darauf folgen allgemeinere Vorträge zur Windkraft, zunächst referiert Hans Teegelbäcker. Er betont, dass die Energiewende sowieso nicht funktionieren könne und werde. Dr. Eckhard Kuck weist auf die gesundheitlichen Risiken hin, die Windräder mit sich bringen. Alexander Noll (FDP) sieht das Energieeinspeisegesetz für den Verursacher des Problems, da Unternehmen unbedingt von den Renditen Gebrauch machen wollen, und es dabei egal ist, ob Anlagen laufen oder nicht. Zwischen den einzelnen Vorträgen gab es zwei Fragerunden für die Bürger. Diese wendeten sich vor allem an die Vertreter von Synenergie und Bürgermeister Carsten Ullrich und machten nochmals ihren Missmut gegenüber den Anlagen und der fehlenden Integration der Bürger deutlich.

In einer Abschlussrunde wendeten sich Merx und Fehl nochmals an Synenergie, mit der Bitte, den Genehmigungsantrag Buchonia zurückzuziehen. "Damit würdet ihr der Region einen großen Dienst erweisen."

Ob der Windpark nun entsteht oder nicht ist noch unklar, eins ist jedoch sicher: Die Synenergie will die Windkraftanlagen bauen. Einige Bürger sind strikt dagegen und werden weiter für gegen die Errichtung der Windräder kämpfen.