Langer-Abriss in Schlüchtern dauert zwölf Wochen

11. März 2019
Schlüchtern

50 Teilnehmer waren angemeldet, am Ende waren es fast 90, die beim 1. Baustellen-Stammtisch zu den Großprojekten in Schlüchtern aufmerksam zuhörten.

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Gies

Im vollen Saal des Restaurants Silentium erläuterte Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) in einem gut anderthalbstündigen Parcforce-Ritt ein Thema nach dem anderen: Langer-Projekt, Aufwertung der Innenstadt, die Veranstaltung „Frag doch mal die Stadt“, die am Samstag, 13. April, von 10 bis 15 Uhr im Kaufhaus Langer stattfindet – und den Neubau der Kreissparkasse am alten Standort.

Beim Langer-Areal gilt: Bis Ende Juni sollen bis auf die Drogerie alle Mieter das Haus verlassen. Rossmann folgt erst im Oktober, wird dann drei Jahre Schlüchtern den Rücken kehren und hat die Absicht wieder zu kommen. Ein Vorvertrag sei geschlossen. Der Rückbau im Inneren startet im Spätherbst 2019, außen im zweiten Quartal 2020. Nach zwölf Wochen soll das Gebäude verschwunden sein. Während des Abrisses, der von der Firma IBC-Ingenieure erledigt wird, wird ein Beweissicherungsverfahren eröffnet, um eventuelle Schäden an benachbarten Häusern zu dokumentieren.

Auch sollen Erschütterungen gemessen und gegebenenfalls die Arbeiten unterbrochen werden. Bürgermeister Möller kündigte an, dass von Abriss bis Neubau „zwei bis drei Jahre vergehen“. Nachdem das Gebäude liegt, soll die Fläche, die von der Obertorstraße bis etwa zum Ende des Parkhauses reicht, an einen Investor, der sich dann in einem Konzeptvergabeverfahren durchgesetzt hat, verkauft werden.

Darauf entstehen sollen ein Lebensmittelmarkt, weitere Geschäfte, für die es bereits Interessenten gebe, sowie mehrere Gebäude mit preisgünstigem Wohnraum. Die Vergabe erfolge nach „Konzeptqualität“, sagte Möller, das heißt, den Zuschlag erhalte derjenige, der die Vorstellungen der Stadt am besten umsetze. „Damit besitzen wir die Hoheit über unsere Innenstadt“, war Möller wichtig zu betonen.

Er versicherte angesichts mancher Bedenken aus den Reihen der Zuhörer, dass man dem Investor feste städtebauliche Vorgaben und Qualitäten abverlangen werde. Deshalb arbeite man mit der NH-Projekt-Stadt zusammen und installiere auch einen Beirat aus Politikern, Einzelhandel, Anwohnern und sachkundigen Bürgern. Möller rechnet mit Investitionen auf dem Langer-Gelände in Höhe von immerhin 50 Millionen Euro. Zur Verkehrsführung während Abriss und Neubau wollte er sich noch nicht konkret äußern.

Mehr zu den Projekten in der Schlüchterner Innenstadt – unter anderem zur Diskussion um das neue Gebäude der Sparkasse – lesen Sie am Montag in einem ausführlicheren Bericht in der gedruckten Ausgabe der Kinzigtal-Nachrichten sowie in der digitalen E-Paper-Ausgabe der KN.