Main-Kinzig-Kreis plant Akademie für Pflegeberufe in Wächtersbach

10. Oktober 2018
Wächtersbach

In den kommenden Jahren soll in Wächtersbach die Akademie für Gesundheit und Pflege entstehen.

Sie lesen eine Pressemitteilung der Stadt Wächtersbach im Wortlaut:Im Rahmen eines Ortstermins mit Wächtersbachs Bürgermeister Andreas Weiher haben Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann bereits über erste Eckpunkte des Projekts gesprochen. Wächtersbachs Magistrat hatte sich in seiner jüngsten Sitzung ebenfalls für das Projekt ausgesprochen.

Der Main-Kinzig-Kreis geht bei der Ausbildung neuer Pflegefachkräfte in die Offensive und will zusätzliche Kapazitäten für Nachwuchskräfte im Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe schaffen: Die Pläne haben Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann am Dienstag (2.10.) in den Kreisausschuss eingebracht; dieser gab grünes Licht. Jetzt muss der Kreistag in seiner nächsten Sitzung über das zukunftsweisende Vorhaben entscheiden. „Die gute Ausbildung von qualifizierten Nachwuchskräften im Bereich der Gesundheitsberufe und der Kranken- und Altenpflege ist eine der größten Herausforderungen für die kommenden Jahre. Diese Herausforderung nehmen wir an und wollen mit der Akademie für Gesundheit und Pflege nicht nur neue Wege gehen, sondern vor allem zusätzlichen Ausbildungskapazitäten schaffen“, erklärte Landrat Thorsten Stolz.

„Wir bündeln in Wächtersbach Aus- und Fortbildungsstätten, die im Bereich der Alten- und Krankenpflege bisher auf verschiedene Standorte und Träger verteilt gewesen sind. Wir setzen gleichzeitig ein Zeichen über die Kreisgrenzen hinaus gegen den drohenden Fachkräftemangel, indem wir die Ausbildungskapazitäten insgesamt deutlich ausbauen“, führte Stolz aus. Den Plänen nach sollen die Akademie für Gesundheit der Main-Kinzig-Kliniken sowie das Aus- und Fortbildungsinstitut der Alten- und Pflegezentren zusammengeführt werden und in der gemeinsamen Akademie für Gesundheit und Pflege aufgehen. Vorüberlegungen dazu gibt es bereits, ebenso wie erste Gespräche zwischen der Kreisspitze und dem Wächtersbacher Bürgermeister Andreas Weiher, der dem Kreis die Fläche am Bahnhof vorgeschlagen hatte.

Aus der täglichen Arbeit heraus weiß Sozialdezernentin Susanne Simmler, dass die künftigen Bedarfe an Frauen und Männern im Pflegeberuf noch einmal deutlich über dem heutigen Stand liegen werden. Wir machen den Kreis mit der neuen Akademie im Bereich der Pflege zukunftsfest, nicht zuletzt dadurch, dass dann 450 Frauen und Männer, und damit mehr als jemals zuvor, unter einem Dach zu Pflegerinnen und Pflegern ausgebildet werden“, so Simmler.

Die Pläne für die künftige Akademie sehen außerdem vor, dass neben der Ausbildung im Bereich der Pflege auch weitere Ausbildungen und Qualifizierungen in Wächtersbach angesiedelt werden. Dazu könnten die Berufe Rettungsdienstsanitäter, Operationstechnische Assistenz und Anästhesietechnische Assistenz gehören. Auch hierbei sind Überschneidungen in den pädagogischen Konzepten möglich und können effizient-kooperativ genutzt werden.

Der Kreistag soll das Zusammengehen der Akademie für Gesundheit der Main-Kinzig-Kliniken und des Aus- und Fortbildungsinstituts der Alten- und Pflegezentren des MKK beschließen. Der Kreisausschuss bereitet daran anschließend die formalen Schritte zur Zusammenführung und Gründung dieser neuen Akademie für Gesundheit und Pflege GmbH in mehrheitlicher Trägerschaft des Main-Kinzig-Kreises vor. Ein entsprechendes Grundstück am Wächtersbacher Bahnhof hat der Kreis bereits für sich reservieren lassen und handelt mit der Stadt in Kürze die letzten Modalitäten aus.

„Wir können die weiteren Etappen bis zum Baustart zügig hinter uns bringen. Ich bin mir sicher, dass unser Projekt in Berlin und Wiesbaden ebenfalls positiv aufgenommen wird und wir mit deren finanzieller Hilfe rasch in die Umsetzung dieses für die älter werdende Gesellschaft so zukunftsträchtigen Bauvorhabens einsteigen können“, erklärte Landrat Stolz. Bürgermeister Andreas Weiher sieht in diesem Projekt eine zukunftsweisende Entscheidung für den Main-Kinzig-Kreis und eine Bestätigung der Standortqualität von Wächtersbach. „Ich hoffe sehr, dass der Kreistag dieser Akadamie in Wächtersbach zustimmt. Sie bringt solide Arbeitsplätze und einem Image-Gewinn für die ganze Stadt, sowie eine große optische Aufwertung für unseren Stadteingang, neben dem neuen Kreisel. Es war klug, dieses Gelände nicht gleich einem Investor zu verkaufen,„ freut sich Bürgermeister Andreas Weiher über den positiven Verlauf der Gespräche.

In der Krankenpflege fehlt Nachwuchs: Zahlen, Daten und Einschätzungen für den Landkreis Fulda

Geschätzt 800 Vollzeitkräfte werden bis zum Jahr 2035 benötigt. So analysiert es der regionale Pflegemonitor, zu dessen Präsentation Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt etwa 40 Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen stationäre und mobile Pflege, Pflegeschulen und Arbeit ins Landratsamt eingeladen hatte.