Menschenschädel wohl mit Grab-Aushub auf Deponie in Hutten gelandet

11. September 2019
Hutten

Spaziergänger hatten am Maifeiertag 2018 einen menschlichen Schädel auf der ehemaligen Mülldeponie in Hutten gefunden. Dieser wurde in der Gerichtsmedizin Frankfurt untersucht. Nun gibt Oberstaatsanwalt Dominik Mies bekannt: „Es gibt keinen Hinweis auf ein Gewaltverbrechen.“

Vielmehr sei der gefundene menschliche Schädel wohl mit Friedhofs-Aushub auf der ehemaligen Deponie bei Hutten gelandet. „Die Vermutung liegt nahe“, so der Oberstaatsanwalt.

Keine Hinweise auf ungeklärtes Tötungsdelikt

Die Kripo hatte in alle Richtungen ermittelt. Die Beamten sind auch der Frage nachgegangen, ob der Fund mit der vor gut zehn Jahren verschwundenen Prostituierten „Andrea Kunz“ zusammenhängen könnte. „Negativ“, so die Antwort hierzu von Dominik Mies. „Es gibt keinerlei Hinweise auf ein ungeklärtes Tötungsdelikt. Das schließt den Fall ‚Andrea Kunz‘ mit ein.“ Die seit dem 5. Dezember 2008 vermisste ehemalige Prostituierte aus Frankfurt, die eine „Dienstwohnung“ in der Kurstadt Bad Orb betrieben haben soll, wurde am Abend ihres Verschwindens angeblich von einem Kunden aus dem Raum Schlüchtern zu einem „Hausbesuch“ abgeholt (wir berichteten).

Wie tief die Ermittler in der Historie „gegraben“ haben, zeigt eine weitere Aussage von Mies: „Es konnte auch kein Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz im Jahr 1929 hergestellt werden.“

Zuvor bereits Rinderknochen entdeckt

Wenige Wochen bevor Spaziergänger den Schädel entdeckten, hatte es auf der Deponie einen weiteren grausigen Fund gegeben: Mindestens 27 Rinder waren dort verscharrt worden. Auch wenn bislang nicht bekannt ist, wer dafür verantwortlich ist, so hat die Berichterstattung doch „für zusätzliche, zum Teil sehr interessante Hinweise und Fakten gesorgt“, hieß es hierzu aus der Pressestelle der Kreisverwaltung. Labore in Gießen und Göttingen seien damit befasst, aufgrund von DNA-Spuren mehr über die Herkunft der Rinder in Erfahrung zu bringen. Wie bereits berichtet, ist dies allerdings sehr kosten- und zeitintensiv. / tim

Erst Rinder, jetzt ein menschlicher Schädel: Fund auf ehemaligem Müllplatz

„Der Schädel ist sehr wahrscheinlich menschlich", sagt Polizeipressesprecher Rudi Neu auf Nachfrage unserer Zeitung. Wie lange der Schädel auf dem ehemaligen Müllplatz, auf dem vor wenigen Wochen mindestens 27 verscharrte Rinder entdeckt worden sind, gelegen hat, ist noch nicht bekannt. Allerdings wird dies nun in der Gerichtsmedizin Frankfurt genauer geprüft.