Nach Abriss: Sparkasse soll Joh-Immobilie entwickeln

11. Mai 2019
Gelnhausen

Die Joh-Immobilie in Gelnhausens Innenstadt soll künftig federführend von der Kreissparkasse Gelnhausen entwickelt werden. Darauf haben sich die politisch Verantwortlichen von Stadt und Kreis mit dem Vorstand des Geldhauses verständigt.

Der Magistrat der Barbarossastadt soll zeitnah konkrete Verhandlungen mit der Kreissparkasse über den Verkauf des ehemaligen Kaufhauses aufnahmen, die Gremien des Kreditinstituts den Erwerb dann abschließend prüfen. Seit Monaten laufen hinter den Kulissen die Gespräche zwischen Stadt, Kreis und Sparkasse.

Mehrmals haben sich die Verantwortlichen mit den Geschäftsführern der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) ausgetauscht, der die seit mehr als fünf Jahren leerstehende Joh-Immobilie gehört. Nun haben sie sich auf das künftige Vorgehen geeinigt. Mehrere Quellen haben dies der Gelnhäuser Neuen Zeitung unabhängig voneinander bestätigt.

Am kommenden Dienstag will Landrat Thorsten Stolz (SPD) zunächst seine Kollegen im Kreisausschuss informieren, anschließend ist eine Sitzung des Magistrats der Main-Kinzig-Kreisstadt anberaumt. Dabei sollen den Gremien die Details des neuen Kurses vorgestellt werden. Und die wirken gut durchdacht verglichen mit der bisherigen Pleitenserie rund um die Joh-Entwicklung.

Konkret sieht das Vorhaben so aus: Die Kreissparkasse Gelnhausen soll die Immobilie von der SEG kaufen, eine positive Prüfung des Vorhabens innerhalb der Bank vorausgesetzt. Anschließend soll das Joh-Gelände gemeinsam mit einer Projektgesellschaft aus der Sparkassenorganisation entwickelt werden. Dabei planen die Verantwortlichen offenbar, das ehemalige Kaufhaus abzureißen und auf dem Areal einen Neubau zu errichten.

In diesen sollen dann vor allem Teile der Kreisverwaltung einziehen, die heute noch dezentral an verschiedenen Standorten in der Barbarossastadt untergebracht sind. Ein Vorhaben, das Landrat Stolz schon vor fast einem Jahr ins Spiel gebracht hatte, um an einem zentralen Standort Synergien zu bündeln. Dabei wird der Kreis allerdings lediglich als Mieter auftreten, ein späterer Verkauf des Neubaus an den Kreis ist nach Informationen unserer Partnerzeitung ausgeschlossen.

Neben den Verwaltungseinheiten sind auch Erweiterungsflächen für die benachbarten Beruflichen Schulen sowie, optional, die Gesundheitsakademie vorgesehen, sollte sich das in Auftrag gegebene Gutachten für Gelnhausen als besten Standort aussprechen. Die Kreissparkasse plant, die neue Immobilie langfristig im eigenen Besitz zu halten und diese auch gemeinsam mit einer Projektgesellschaft zu vermarkten. In den ergeschossigen Flächen sollen Mieter für eine Einzelhandelsnutzung gefunden werden.

Bis zur Realisierung des Projekts dürfte allerdings noch einige Zeit ins Land gehen. Zunächst müssen die politischen Gremien der Stadt Gelnhausen beschließen, dass Verhandlungen zwischen SEG und Sparkasse geführt werden können. Anschließend muss innerhalb des Kreditinstituts das Vorhaben auf seine Wirtschaftlichkeit geprüft werden.

Angesichts der seit Monaten laufenden Vorbereitungen sollte dies allerdings eine Formalie werden, wenn auch eine zeitaufwendige. Erst danach könnte der Abriss der bestehenden Joh-Immobilie beginnen, was mutmaßlich frühestens im kommenden Frühjahr der Fall sein dürfte. Daran würde sich dann der eigentliche Neubau anschließen, der ebenfalls noch einmal mehrere Monate dauern wird. Mit einer Fertigstellung ist daher wohl frühestens im Jahr 2021 zu rechnen. / dno