Ohne Lappen und mit Drogen, aber jetzt auf gutem Weg: 30-Jähriger zu 70 Tagessätzen verurteilt

03. Februar 2018
Schlüchtern

„Fahr vorsichtig Junge“, hatte ihm sein Vater noch hinterhergerufen, als sich der 30-Jährige mit dem Roller des Seniors zu einer kleinen Spritztour aufmachte. Möglicherweise hatte der ältere Herr das Unglück kommen sehen.

Der Spross wollte nur kurz von seiner Wohnadresse in einem Schlüchterner Stadtteil in die Innenstadt zu einer Bank fahren, um dort Geld abzuholen. Doch soweit kam es nicht.

Der 30-Jährige wurde in der Gartenstraße von der Polizei angehalten. Und die Beamten hatten gleich zwei Punkte zu beanstanden. Erstens hatte der Mann keine Fahrerlaubnis für diese Maschine, die auf einem Prüfstand – abzüglich einer Toleranz – immerhin 58 Stundenkilometer auf den Tachometer brachte. Außerdem wurden in dem Blut des Mannes Rückstände von Cannabis und Amphetaminen festgestellt, teilweise in einem außergewöhnlich hohen Bereich.

Gerade in Sachen Drogen ist der Schlüchterner kein Unbekannter vor Gericht. Die Fahrt ohne Führerschein begründete der Angeklagte mit einer seinerzeitigen Krise in seinem Leben. Und weil sein Roller defekt war, habe er sich den seines Vaters ausgeliehen. Wohl wissend, dass er nicht im Besitz der Fahrerlaubnis war.

Sein Mandant habe einen Fehler in einer „schwierigen Phase“ gemacht, räumte sein Verteidiger ein, verwies aber auf die jetzt gute Sozialprognose des Beschuldigten.

Richter Dr. Wolfgang Ott honorierte die positive Entwicklung und verurteilte den Schlüchterner zu einer Geldstrafe von 1750 Euro (70 Tagessätze zu jeweils 25 Euro). Außerdem verhängte er eine Sperre für die Wiedererlangung einer Fahrerlaubnis von sechs Monaten. Er blieb damit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die 2100 Euro gefordert hatte. / ls