Opfer will in Prozess um Gesichtsverstümmelung aussagen

22. Oktober 2018
Hanau

Im Revisionsprozess um eine Gesichtsverstümmelung will sich das Opfer erstmals zu Wort melden. Beim Auftakt der Wiederaufnahme hatte der 20-jährige Flüchtling aus Somalia zu Monatsbeginn angekündigt, am heutigen Montag als Zeuge aussagen zu wollen.

Im ersten Prozess war das traumatisierte Opfer den Verhandlungen noch gänzlich ferngeblieben. Auch der Angeklagte hatte über seinen Anwalt ausrichten lassen, dass er sich im Prozessverlauf womöglich zum Sachverhalt äußern wolle.

Der Angeklagte war Ende Juni 2017 zu neuneinhalb Jahren Haft wegen versuchten Totschlags und schwerer sowie gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Der Flüchtling aus Eritrea soll im Oktober 2016 den befreundeten Flüchtling aus Somalia schwer misshandelt haben. Bei einem Streit in einer Wohnung in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) hatte er laut Anklage mit zwei Messern in den Hals des damals 18-Jährigen gestochen. Danach soll er ihm mit Stichen und Schnitten das Gesicht entstellt haben. Augen und Ohren wurden schwer verletzt. Das Opfer ist seither nahezu blind.

Das Landgericht muss sich erneut mit dem Fall befassen, weil der Bundesgerichtshof das erste Urteil wegen Rechtsfehlern aufhob. / dpa/lhe

Erster Prozesstag: Anklageschrift zum „Augenstecher-Prozess" verlesen

Erneut steht ein mindestens 26 Jahre alter Angeklagter aus Eritrea vor Gericht. Der Mann muss sich wegen versuchten Mordes und Messerstiche in Hals und Augen eines zur Tatzeit 18 Jahre alten Somaliers in einem Haus in Schlüchtern vor dem Landgericht Hanau verantworten. Am ersten Prozesstag am Montag wurde die Anklageschrift verlesen und das weitere Vorgehen besprochen.

„Augenstecher-Prozess" wird ab Montag vor dem Landgericht Hanau neu verhandelt

Der „Augenstecher-Prozess" wird ab dem 1. Oktober neu verhandelt. Das teilte das Landgericht in Hanau mit. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung hatten Revision gegen das Urteil eingelegt, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.