Pfadfinder aus Bad Soden-Salmünster traf sich mit 45.000 Scouts auf dem Weltpfadfindertreffen

17. August 2019
Bad Soden-Salmünster

Frank Seidl aus Bad Soden-Salmünster verbrachte mit 45.000 Pfadfinderinnen und Pfadfindern 17 Tage beim weltweiten Pfadfindercamp 2019 im Naturpark Summit Bechtel Reserve in West Virgina. Als Rettungssanitäter unterstützte er das 10.000 Personen starke International Service Team, welches das 24. Weltpfadfindertreffen betreute. Insgesamt waren 1.300 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Deutschland angereist.

Mit vielfältigen Angeboten auf dem beeindruckenden Pfadfinderplatz rückten die Veranstalter unter dem Motto „Unlock a New World“ laut einer Pressemitteilung des DPSG Fulda das Abenteuer in den Vordergrund: Highlights seien sicherlich die vier großen Ziplines (Seilbahnen, die mit fast 9 km Länge als längste Zipline der Welt gelten), aber auch mehrere Mountain-Bike-Trails und BMX-Track, mehrere Hochseilgärten, 125 Kletterstationen und die weltweit zweitgrößte Outdoor-Skateanlage gewesen. Darüber hinaus habe es noch viele Wasser-Abenteuer-Stationen wie Kanu, Wildwasserrafting, Standup-Paddling, Tauchen, Angeln und vieles mehr gegeben.

Trotz des enormen Abenteuer-Angebotes sei der Inhalt nicht zu kurz gekommen: Im Global Development Village“ (GDV), in der „Faith and Beliefs Zone“ sowie im „World Scout Centre“ und vielen Aktionen hätten sich die Pfadfinderinnen und Pfadfinder in gemischten Gruppen mit Fragen der Globalisierung, des Glaubens, der Entwicklung, des Klima- und Umweltschutzes und mit Frieden und Gerechtigkeit auseinander gesetzt.

Ehrenamtlicher Einsatz bei bereit sechs Weltpfadfindertreffen

Damit so ein riesiges internationales Lager funktioniert, werden viele internationale Helfer benötigt. Rund 10.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus den 150 Teilnehmer-Ländern arbeiteten bereits vor dem Lager intensiv im International Service Team (IST) daran, den Jugendlichen ein unvergessliches, einmaliges Erlebnis zu bescheren. Frank Seidl, Pfadfinder aus Bad Soden-Salmünster, arbeitete – als Rettungssanitäter im Team „Rescue EMS“ (Emergency Medical Service).

Auch wenn die 24-Stunden-Dienste mit wenig Pausenzeiten anstrengend waren, so war auch für Frank Seidl das Weltpfadfindertreffen ein großes Erlebnis: „Es ist jedes Mal beeindruckend zu sehen, wie offen und kreativ die Jugendlichen aus aller Welt sich als Gemeinschaft begegnen und sich als verantwortungsbewusste Weltbürger von morgen begreifen. Wie nachhaltig, gerecht, friedlich und schön die Welt dann sein könnte ...!“

Seidl ist 46, Pfadfinder beim Stamm Heilig Kreuz Ahl/Salmünster, Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Soden-Salmünster und ausgebildeter Rettungssanitäter. Seit mittlerweile 20 Jahren hilft er mit, dass Jugendliche ein schönes Weltpfadfindertreffen erleben können. Das sogenannte World Scout Jamboree 2019 in Nordamerika war für ihn bereits das sechste, nach Chile (1998/1999), Thailand (2002/2003), Großbritannien (2007), Schweden (2011) und Japan (2015).

Erste Treffen bereits 1920

Das erste World Scout Jamboree fand 1920, also vor knapp 100 Jahren, auf Initiative des Gründers der Weltpfadfinderbewegung, Lord Robert Baden-Powell, statt. Das weltweite Pfadfindertreffen wurde regelmäßig – bis auf meist kriegsbedingte Unterbrechungen – immer alle 4 Jahre an einem anderen Ort der Welt ausgerichtet.

Baden-Powell hatte mit seiner Pfadfinderidee 1907 eine weltweite Bewegung gegründet, bei der es nicht nur darum ging, jungen Menschen bestimmte Fähigkeiten in Natur und Gesellschaft zu vermitteln. Im internationalen Kontext hatte Baden-Powell tatsächlich eine Jugend-Friedensbewegung geschaffen: Wenn junge Menschen aus verschiedensten Ländern sich erstmal kennenlernen würden und Freundschaften rund um den Erdball schließen würden, hätten Regierungen es schwerer, Kriege zu beginnen, war Baden-Powell überzeugt.

Ein noch heute modernes und wirksames Konzept, wie der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Ban Ki-moon laut DPSG Fulda bei der Abschlussveranstaltung des Jamborees bestätigte: „Die Welt sollte so sein, wie ihr es in den vergangenen 14 Tagen vorgelebt habt.“ /mbl

Anzeige