Pfefferspray als Waffe benutzt

21. Juli 2019
Schlüchtern

Anfang Dezember vergangenen Jahres gab es Zoff zwischen zwei Männern in einer Wohngemeinschaft in der Schlüchterner Innenstadt. Am Ende musste einer der beiden im Krankenhaus behandelt werden.

Der andere, ein 38-Jähriger, saß wegen des Vorfalls nun auf der Anklagebank im Amtsgericht Gelnhausen. Die Staatsanwaltschaft Hanau warf ihm gefährliche Körperverletzung vor.

Er soll in den Mittagsstunden in der gemeinsamen Wohnung im zweiten Stock des Anwesens seinen zehn Jahre jüngeren Kontrahenten mit Pfefferspray zunächst in Richtung Gesicht attackiert haben. Später, als sich der Jüngere deswegen die Augen im Gemeinschaftsbad auswaschen wollte, versetzte ihm der Angeklagte noch eine Salve an die linke Halsseite, was zu Verbrennungen an der Haut führte.

Gegenseitige Schubserei

Der Beschuldigte räumte zwar den Einsatz des Sprays ein, aber lediglich zu Verteidigungszwecken. Mit dem Bewohner im Nachbarzimmer habe es Streit wegen der Stromrechnung gegeben. Es kam zu einer gegenseitigen Schubserei, wobei er zu Boden ging.

Der Geschädigte sah sich ebenfalls als Opfer und beteuerte, von sich aus nicht aggressiv gegen den anderen vorgegangen zu sein, geschweige denn einen Stock drohend hochgehalten zu haben.

Beschuldigte wurde verwarnt

Nach Ansicht von Richter Dr. Wolfgang Ott waren die Einzelheiten der Auseinandersetzung letztlich nicht mehr aufklärbar. Der Konflikt habe sich gegenseitig hochgeschaukelt. Die Aussagen des Zeugen seien zwar teilweise widersprüchlich, im Kern der Sache aber eindeutig gewesen: das Versprühen des Pfeffersprays.

Letztlich wurde der Beschuldigte dann verwarnt. Sollte er in einer einjährigen Bewährungszeit erneut strafrechtlich in Erscheinung treten, muss er eine Strafe von 500 Euro bezahlen. / ls