Protestaktion gegen Windkraftanlagen: Steinauer Bürger sind besorgt

21. Januar 2020
Steinau an der Straße

Ein brisantes und viel diskutiertes Thema ist nach wie vor der geplante Windpark am Weinberg. Während einer Ortsbegehung am Samstag machten besorgte Anwohner mit Plakaten und Bannern auf ihre Bedenken aufmerksam.

Von Dietmar Kaufmann

Am Wochenende trafen sich Stadtverordnete und Bürger zu einer gemeinsamen Ortsbegehung am Weinberg, um sich über die geplanten Windkraftanlagen zu informieren. Anwohner machten dabei mit Plakaten und Bannern auf ihre Bedenken aufmerksam – und zeigten erneut deutliche Ablehnung für das Projekt.

Fünf große Windräder angestrebt

Der Windkraftbetreiber Renertec will am Steinauer Weinberg fünf große Windräder bauen. Das Unternehmen rechnet mit Pachteinnahmen von rund 78.000 Euro und möglichen Gewerbesteuereinnahmen von etwa 25.000 Euro für die Stadt pro Windenergie-Anlage.

Schon während Informationsversammlungen Ende des vergangenen Jahres war massiver Widerstand der Bürger erkennbar gewesen, weil man die positiven Erwartungen eines „Geldsegens“ nicht nachvollziehen könne. Vor allem auch aufgrund der steigenden Grundsteuer. Auf der anderen Seite würden die Grundstückspreise fallen, also an Wert verlieren.

Windräder, Autobahn und geplante ICE-Trasse

Immer wieder wurde auch am Samstag die Frage gestellt, warum die Windkraftanlagen unbedingt im Wald – im konkreten Fall unmittelbar neben einem Naturschutzgebiet – aufgestellt werden sollen. Die Stadt sei in einem ungewöhnlichen Maß von geplanten Veränderungen betroffen: zum einen die Windräder, zum anderen die Autobahn und die geplante ICE-Trasse.

So mancher Steinauer Bürger fühle sich regelrecht bedrängt, hieß es. Die Bedenken liegen aber hauptsächlich im enormen Platzbedarf begründet. Der Hinweis auf eine Wiederaufforstung der teilweise zum Antransport gerodeten Flächen, wurde von einigen Teilnehmern widerwillig zur Kenntnis genommen. Noch steht die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung aus. Am Ende muss das Gremium darüber abstimmen, die Windräder errichtet werden.

Burghaun will gegen Windkraft-Genehmigung klagen

Das Regierungspräsidium in Kassel hatte dem Projektierer Juwi (Wörrstadt) mit Bescheid vom 21. Oktober den Bau von vier Windrädern mit einer Nabenhöhe von 166 Metern erlaubt. Die Flächen gehören zum Windkraft-Vorranggebiet HEF 55. Burghaun wird klagen, weil sich drei Tiefbrunnen der Kommune in dem Bereich der Anlagen befinden.

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