„Rekord-Bloo“ – 90 Männer und Frauen füllten Kirmestradition mit Leben

23. Oktober 2019
Gundhelm

Ein ganz besonderes Ereignis gab es in Gundhelm: 270 Jahre Kirchweih. Mit einer viertägigen Veranstaltung wurde das Dorffest gefeiert.

Von Fritz Christ

Vom „Gondhelmer Bloo – de größt international“ war im Kirmesspruch die Rede. Und in der Tat: Nie zuvor gab es einen größeren Bloo in Gundhelm. Rund 90 Männer und Frauen aller Altersgruppen – darunter viele reaktivierte Bloomitglieder – hatten sich zusammengefunden, um zum besonderen Ereignis die Kirmestradition mit Leben zu füllen.

Ältestes Mitglied 71 Jahre

Das jüngste Bloomitglied war 16, das älteste 71 Jahre alt. Zahlreiche Bloositzungen waren der Kirmes vorausgegangen. Ortsvorsteher Karl-Ernst Kohlhepp zollte den Akteuren große Anerkennung.

Los ging es mit dem „Ausgraben“ der Kirmes am Freitagabend und der Bekanntgabe der Schirmherrin: Pfarrerin Eva-Katharina Gericke. Am Samstag erfolgte das Aufstellen der Kirmesbäume. Abends ging im Gemeinschaftshaus eine Party mit dem Zoom-Discoteam über die Bühne. Ausrichter der Kirmes-Veranstaltung war der FSV Gundhelm.

Zug durch die Straßen

Nach dem Gottesdienst am Sonntag zog die 90-köpfige Bloogemeinschaft durch die Gundhelmer Dorfstraßen. Angeführt wurde der lange Zug von Bloovater Marvin Elm, Pfarrerin Gericke und Ortsvorsteher Kohlhepp.

... seit 1749

Die Mehrzahl der vielen Akteure trugen einheitliche Shirts mit der Aufschrift „Gundhelmer Bloo – seit 1749“ sowie den persönlichen Namen und die Zeit der Bloomitgliedschaft.

Kirmessprüche von früher

Am Gemeinschaftshaus angekommen, trug Daniel Möller den Kirmesspruch im Dialekt vor: „In die häutich Red komme e boar ahle Kamelle neih“, hieß es anlässlich des besonderen Ereignisses zu Auszügen aus früheren Kirmessprüchen. So wurden beispielsweise die Ereignisse geschildert, als „e poar Jonge mit ihrm Koarn noch Öberkalbich auf die Kirmes gefoarn senn“.

Auch wurde über jemanden berichtet, der Kirmesmontag mit seinem Traktor zu seinem Acker fahren wollte, jedoch im Wirtshaus gelandet war und später seinen Traktor nicht mehr fand.

Die Moral der Geschichte: „Kirmesmondich soll mer net mim Schlepper ins Häusje fohr.“