Rückblick auf den Kalten Markt: Manöverkritik bot Anlass zum Schwärmen

02. Dezember 2019
Schlüchtern

Ein „wunderbarer Leiterspruch“, Film- und Heimatabend, 220 Stände, 270 Attraktionen und rund 100 000 Besucher aus nah und fern: Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) kam bei der Manöverkritik zum Kalten Markt 2019 nicht aus dem Schwärmen kaum heraus.

Von Dietmar Kelkel

Im Büro der „Aktive Kernbereiche“ in Steinwurfnähe zum Rathaus zeigte der Schlüchterner Verwaltungschef in einer Powerpoint-Präsentation spektakuläre Luftaufnahmen. „Das Riesenrad hat dabei einen markanten Teil dazu beigetragen“, betonte Möller.

„Wenn ein Markt wächst, wächst das Thema Müll mit. Deshalb haben wir auf extreme Sauberkeit geachtet. Der Müll wurde vom Bauhof früh am Morgen, volle Mülltonnen tagsüber geleert“, berichtete der Bürgermeister. Im kommenden Jahr würden zusätzlich externe Fußtrupps unterwegs sein, kündigte er an. Das Sicherheitskonzept habe mit Unterstützung des Roten Kreuzes gegriffen. Sicherheitskräfte seien darüber hinaus geschult, Konflikte nach den Sperrzeiten „sanft“ zu lösen, weil sich eine Schieflage immer auf die Stimmung niederschlage.

Kritik an unvernünftigen Autofahrern

In der Stadthalle würden die Tische und die Bestuhlung erneuert und eine Konferenzanlage installiert. „Die Stadthallentechnik wird nicht immer jedem Bespieler gerecht“, meinte Möller. Der Leiterspruch vom Rathausbalkon sei von der Akustik her hervorragend gewesen. Doch künftig werde Jörg Schlögl den Leiterspruch – der Tradition geschuldet – wieder von der Leiter halten, darüber waren sich alle einig. Und die Stadtverwaltung lasse die Stadtkapelle auch nicht mehr wie bei der Eröffnung im Regen stehen. Sie werde bei ihrem Platzkonzert durch eine Plane geschützt, so Möller.

Kritik gab es vom Club der Kalte-Markt-Präsidenten an einigen unvernünftigen, ortsunkundigen Autofahrern während des Lampionumzugs. Möller versprach, dass während des Umzugs künftig kein Fahrzeug mehr fahren dürfe: „Die Sicherheit der Kinder steht an erster Stelle.“

Neuplanung für nächstes Jahr

Eine logistische Herausforderung sei im kommenden Jahr nicht nur die Streckenführung des Lampionumzugs. Wegen der Einrichtung der Großbaustellen Langer-Areal und Kreissparkasse und dem Umbau der Stadtschule für acht Millionen Euro müsse auch der Marktverlauf neu geplant werden. „Wir müssen auch mit Bauzäunen auf dem Norma- und Knothe-Gelände und einer angespannten Parkplatzsituation beim Kalten Markt rechnen. Daher werden wir den kostenlosen Busservice in Richtung Flieden, Sinntal, Steinau und Freiensteinau ausweiten und zusätzlich Parkmöglichkeiten am Stadtrand schaffen“, betonte der Bürgermeister. Die Anregung, einen Fahrpreis von einem Euro zu erheben, hielt er nicht für sinnvoll: „Wir müssen mit den Nachbargemeinden sprechen, wie sie sich an den Kosten beteiligen. Der kostenlose Shuttle-Service ist ein Alleinstellungsmerkmal des Kalten Markts.“

Ausschank bis 2 Uhr, Toiletten nur bis Mitternacht

Ein Ärgernis für die Teilnehmer der Manöverkritik war der Umstand, dass in den Zelten zwar bis 2 Uhr morgens ausgeschenkt wurde, aber die Toilettenanlagen bereits gegen Mitternacht geschlossen wurden. Was die Toiletten am Parkplatz Untertor betrifft, hatte Möller eine gute Nachricht. Die stark nach Ammoniak riechende Toilette werde abgerissen und durch eine Modulraum-Anlage ersetzt. „Wenn die Stadtverordneten zustimmen, leasen wir die Toilettenanlage mit Lüftung, Heizung und Notrufsignal für 60 Monate für monatlich 380 Euro und kaufen sie danach.“

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