Windkraft-Demo bei Infoveranstaltung

02. Mai 2019
Schlüchtern

Das Thema Windkraft bewegt im Bergwinkel nach wie vor die Gemüter: Eine Infoveranstaltung des Regierungspräsidiums Darmstadt am Donnerstagabend in der Stadthalle Schlüchtern wird von einer Demonstration windkraftkritischer Bürgerinitiativen begleitet, an der laut Polizei etwa 100 Demonstranten teilnehmen. Die Veranstalter sprechen von 120 Teilnehmern.

Dass es die Infoveranstaltung gibt, ist der Regionalversammlung Südhessen zu verdanken. Sie hatte eine Bürgerinfo in den am stärksten betroffenen Landkreisen verlangt. Weitere Veranstaltungen finden nächste Woche in Idstein im Taunus und Erbach im Odenwald statt.

Die Experten des Regierungspräsidiums erläutern den zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürgern Hintergründe zum aktuellen Planungsentwurf, präsentieren Kriterien zur Auswahl von Vorrangflächen und stellen das Verfahren im Umgang mit den Stellungnahmen im Rahmen der zweiten Offenlage vor. Dazu stehen Expertinnen und Experten zur Verfügung. Ausdrücklich hieß es, dass auf einzelne mögliche Vorranggebiete nicht eingegangen werde.

Im Main-Kinzig-Kreis drehen sich mit 98 Windrädern „mit Abstand die meisten Anlagen in ganz Südhessen“, hatte Landrat Thorsten Stolz unlängst erklärt und von der Landesregierung ein Vorgehen „mit mehr Augenmaß“ gefordert. Hintergrund ist der überarbeitete Sachliche Teilplan Erneuerbare Energien (TPEE), der „mindestens 270 weitere Anlagen“ ermögliche. Im Gegensatz dazu würden in anderen südhessischen Landkreisen „unverhältnismäßig wenige Flächen“ ausgewiesen, hatte der Landrat moniert.

Zu der Demonstration haben der Dachverband „Gegenwind MKK/Naturpark Spessart“ und die „Bürgerinitiative Windkraft im Spessart – In Einklang mit Mensch und Natur“ aufgerufen. Auch sie argumentieren, dass der östliche Main-Kinzig-Kreis rund um Schlüchtern „die am stärksten betroffene Region in ganz Hessen“ sei. Die BIs rechnen vor, dass in diesem Landstrich drei Mal so viel Fläche wie im Landesschnitt für die Windkraftnutzung möglich würden, sollte der Teilplan beschlossen werden. Die Initiativen fordern „einen sofortigen Baustopp für den Main-Kinzig Kreis“. / ag