Schnelles mobiles Internet ist Wunsch: Nachdenken über freies W-Lan-Netz / Mobilfunkempfang eher mäßig

30. Januar 2018
Schlüchtern

Nicht jeder, aber viele haben in der Schlüchterner Innenstadt mitunter Probleme, am Smartphone oder Tablet-PC eine gute Internetverbindung ohne W-Lan herzustellen. Abhilfe könnte ein flächendeckendes freies W-Lan-Netz schaffen, über das seitens der Stadt nachgedacht wird.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniel Krenzer

Wer das richtige Netz und ein leistungsstarkes Mobilgerät besitzt und sich an den richtigen Stellen in der Stadt bewegt, kennt dieses Problem vielleicht gar nicht. Andere Schlüchterner hingegen haben sicher schon viel geflucht und sind auf der Suche nach ausreichend Empfang auf den Straßen. Der eher mäßige Mobilfunkempfang – und dabei vor allem das mobile Internet – ist nicht nur in den Stadtteilen, sondern sogar in der Innenstadt ein Thema.

„Würden wir noch von der Innenstadt aus senden und nicht vom Gewerbegebiet aus, dann wäre der Empfang auch besser“, erklärt ein Sprecher der Telekom. Neben den teilweise komplett netzlosen Kunden von O2 sind deren Kunden in der Innenstadt offenbar am meisten von diesem Problem betroffen.

Der Sprecher spielt damit darauf an, dass vor gut zehn Jahren seitens der Stadt die Entscheidung getroffen wurde, die Mobilfunkmasten vom Sparkassen-Gebäude hinaus zum Reitstück zu verschieben. Lediglich Vodafone hatte rechtzeitig die Verträge verlängert und sendete weiterhin direkt aus der Innenstadt. Die Stadt hatte 2008 ein Mobilfunkversorgungskonzept in Auftrag gegeben, in dem sowohl die Interessen der Mobilfunkanbieter als auch die derjenigen berücksichtigt wurden, die aufgrund der elektromagnetischen Strahlung gesundheitliche Folgen fürchten.

Dies ist jedoch, wie beschrieben, zehn Jahre her, und in dieser Zeit hat sich viel getan. Vor allem wurden die benötigten Datenvolumen immer größer. Diesen Anforderungen gerecht zu werden, gelingt der bestehenden Infrastruktur offenbar nur zum Teil. Dass eine gute Qualität des mobilen Internets jedoch ebenso gut für eine florierende, moderne Innenstadt ist, bestätigt auch Bürgermeister Matthias Möller (parteilos). Allerdings gelte es dabei, komplett diametral liegende Interessen irgendwie unter einen Hut zu bekommen: die Bedürfnisse der Intensivnutzer sowie die Sorgen derjenigen, die am liebsten gar keiner Strahlung ausgesetzt sein möchten.

Ein Kompromiss könnte ein flächendeckendes W-Lan-Netz in der Innenstadt sein, in das sich jeder frei anmelden kann. Zwar erzeugt auch dieses elektromagnetische Strahlung, aber wohl in deutlich geringerem Umfang als ein großer Handymast in der Nähe. „Allerdings muss dieses W-Lan dann überall verfügbar sein und nicht nur in Hotspots, an denen sich die Nutzer versammeln“, gibt Möller zu bedenken.

Weit seien diese Überlegungen aber noch nicht gediehen. Zu gegebener Zeit werde die Stadt darüber eingehender informieren.