Bahn präsentiert Schalluntersuchung: Pfeifkonzert begleitet Dialogforum

13. Mai 2019
Schlüchtern

100 Personen demonstrierten am Montagnachmittag in Schlüchtern gegen eine mögliche ICE-Trasse durch den Bergwinkel. Denn dort fand das 17. Treffen des Dialogforums Hanau-Würzburg/Fulda statt.

Die Demonstranten folgten dem Aufruf der Bürgerinitiative Oberes Kinzigtal. Am Montag ab 14 Uhr machten sie mit Transparenten und lautstarkem Pfeifkonzert gegen die Ausbau-/Neubaustrecke Hanau-Würzburg/Fulda mobil.

Um 15 Uhr startete in der Stadthalle Schlüchtern das 17. Dialogforum. Themen der Sitzung waren insbesondere die Entwicklungsmöglichkeiten des Nahverkehrs durch die geplante Neubaustrecke sowie die Ergebnisse der Schalluntersuchung auf Grundlage der neuen Zugzahlprognose 2030.

Rhein-Main-Verkehrsverbund präsentierte Grundzüge seines Nahverkehrskonzeptes. „Durch die Neubaustrecke werden auf der Kinzigtalbahn mehr Kapazitäten für den Nahverkehr geschaffen und damit die Pünktlichkeit verbessert“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ermöglicht werde zudem die Einführung des Hessen-Express als neues Nahverkehrsangebot. Zwischen Fulda und Hanau soll sich die Reisezeit dabei um bis zu 21 Minuten verkürzen.

Die Bahn stellte zudem die Zugzahlprognose für das Jahr 2030 vor. Die Neubaustrecke soll am Tag vom Fernverkehr und in der Nacht vom Güterverkehr genutzt werden. Durch die Verlagerung des nächtlichen Güterverkehrs auf die Neubaustrecke und den Einsatz von Flüsterbremsen werde es nicht nur entlang der Bestandsstrecke deutlich leiser.

Mit dem Neubau der Bahnstrecke in der Antragsvariante IV würde es zudem im nahezu gesamten Projektgebiet entweder leiser oder es bliebe gleich. Dies gilt insbesondere nachts und für Bereiche mit Brücken, also Wächtersbach, Wirtheim, Steinau an der Straße, Niederzell und Schlüchtern. Ein Grund hierfür sei, dass in diesen Bereichen zugleich die Bestandsstrecke entlastet wird, die näher an der Wohnbebauung vorbei führt als die geplante Neubaustrecke. In Bezug auf die Schallsituation in Bronnzell wurde betont, dass auch dort Möglichkeiten zur Schallreduktion ausgelotet werden sollen.

Zum Ausgleich der notwendigen Eingriffe in die Natur und Umwelt präsentierte die Planungsgemeinschaft Umwelt Vorüberlegungen für Kompensationsmöglichkeiten. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Dialogforums sollen diese nun weiterentwickelt werden. Dazu wird nach den Sommerferien dieses Jahres ein erster Workshop zum Thema „Ausgleichsmaßnahmen“ stattfinden.

Die Bahn plant, bis Ende Juni die Antragsunterlagen für die Neubaustrecke fertigzustellen und diese beim zuständigen Regierungspräsidium einzureichen. Die nächste Sitzung des Dialogforums soll stattfinden, wenn die Vollständigkeitsprüfung durch das Regierungspräsidium abgeschlossen ist. / tim, lio