„Sensation“ in Hohenzell: Lamm-Vierlinge erblicken Licht der Welt

15. Januar 2020
Hohenzell

Hohenzell wächst. Vielleicht nicht zwingend, was die Anzahl an menschlichen Einwohnern anbelangt. Aber zumindest die Population im Bereich der Merinolandschafe hat einen Sprung gemacht. Dank eines Mutterschafes, das unlängst Vierlinge zur Welt gebracht hat.

Von unserem Redaktionsmitglied Tim Bachmann

Wilfried und Alexandra Fehl betreiben seit nunmehr 30 Jahren eine kleine Schafzucht im Schlüchterner Stadtteil Hohenzell. Im Nebenerwerb. 180 Tiere der Rasse Merinolandschaf nennen die Fehls ihr Eigen. Momentan herrscht im Stall in Hohenzell Hochkonjunktur. „Es ist Zeit fürs Ablammen“, berichtet Alexandra Fehl.

Doch was dieser Tage im Stall der Familie Fehl passiert ist, gilt nach Angaben der Landwirtschaftskammer als echte „Sensation“: eine Vierlingsgeburt. Und alle kleinen Lämmlein sind gesund und munter. Das haben die Fehls in ihrer langen Zeit als Schafzüchter auch noch nicht erlebt.

Vierlingsgeburt auch bei Familie Lenz Premiere

Natürlich gebe es auf dem Hof der Fehls auch mal schwierige Geburten und Lämmlein, die vom Mutterschaf nicht angenommen werden und mit der Flasche großgezogen werden müssen. Zwillingsgeburten seien sogar die Regel, erklärt Alexandra Fehl. Und in seltenen Fällen gibt es auch mal eine Drillingsgeburt.

Momentan ist also wieder die Zeit des Ablammens gekommen. Und Zwillingsgeburten sind da an der Tagesordnung. Davon kann man größten Schäferei des Main-Kinzig-Kreises, im Betrieb von Wilfried Lenz aus Elm, ein Lied singen. Die Elmer Schäferei hat mehr als 1000 Schafe und ist seit Jahrzehnten im Geschäft. Drillinge, ja, die gab es schon. „Das kommt vor“, erklärt Elisabeth Lenz, die Mutter des Firmeninhabers. Aber dass ein Mutterschaf vier gesunde Lämmlein auf einen Streich geworfen hätte, das gab es auch bei Familie Lenz noch nicht.

Verschiedene Merino-Rassen

Das Merinolandschaf (oder auch Württemberger), wie es die Familie Fehl züchtet, ist mit etwa 30 Prozent des Schafbestandes das am häufigsten gezüchtete Nutzschaf Deutschlands. Den meisten Lesern dürfte der Begriff Merinowolle etwas sagen. Diese liefern die drei verschiedenen Merino-Rassen.

Und die Merinolandschafe sind vor allem wegen ihrer feinen und schnell wachsenden Wolle beliebte Wolllieferanten. Andererseits sind die Tiere, die ursprünglich aus Nordafrika stammen, sehr widerstandsfähig und zeichnen sich durch eine hohe Gewichtszunahme bei hoher Aufzuchtrate aus, was eine wirtschaftliche Lammfleischproduktion erlaubt.

Schaf-Vierlinge stehen nicht mehr bei Mutter

Die Vierlinge aus dem Hohenzeller Stall stehen übrigens inzwischen nicht mehr zusammen bei ihrer Schaf-Mutter. Ein Lämmlein hat bei einer „Leihmutter“ Anschluss gefunden. Namen haben die Sensations-Vierlinge im Übrigen nicht. „Das hat keines unserer Schafe“, erklärt Alexandra Fehl.

Ein Jahr auf dem Gnadenhof in Heubach: Vierlings-Kälber sind nun stolze Teenager

Von unserem Redaktionsmitglied Corinna Hiss Auf dem Gnadenhof versorgt Matthias Jehn Rinder, die vor dem Schlachter gerettet wurden. Finanziell unterstützt wird er dabei vom Tierschutzverein Rüsselheim, der Paten für die Tiere sucht. Seit zwei Jahren gibt es den Hof im Kalbacher Ortsteil Heubach nun schon.

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