In Sinntal ist nach dem Post-Streit erst einmal Ruhe eingekehrt

08. Januar 2020
Sinntal

Ein Wagnis hat Lieselotte Zeller mit der Übernahme der Partner Filiale der Deutschen Post in ihrem Laden in Jossa auf sich genommen. Nun zieht sie auf Nachfrage unserer Zeitung eine erste Bilanz. Anlass dazu war ein Neujahrsgrillen, das im Hof vor Zeller’s Laden stattfand.

Von Brigitte Betz

Eigentlich wurde bei den Zellers aus Jossa immer in vorweihnachtlicher Stimmung am ersten oder vierten Advent gegrillt. Der Hof direkt vor dem Lebensmittelladen war immer der Ort des Geschehens. Doch die Bereitschaft von Lieselotte und Willi Zeller in ihren Geschäftsräumen zum 1. Oktober 2019 die „Partner-Filiale DPAG-Sinntal 1“ der Deutschen Post zu integrieren und zu führen, habe ein Umdenken und eine Veränderung im täglichen Geschäftsablauf gefordert, berichten sie.

Es war ein Wagnis, das Lieselotte Zeller auf sich nahm, die keine Ahnung vom Postgeschäft und der Arbeit mit dem Computer hatte. Doch der Entschluss war gefasst, ein Lehrgang in Hannover gebucht und rechtzeitig vor der Eröffnung der Filiale abgeschlossen. Am Tag der Eröffnung und eine weitere Woche stand ihr der Bezirksleiter der hiesigen Postfilialen zur Seite, dann musste Zeller die Anforderungen allein bewältigen.

„In die Aufgabe hineinwachsen“

Doch es habe zu Beginn nicht nur Freude über den neuen Standort der Postfiliale gegeben, berichten die Zellers. Sie erzählen neben dem Tagesgeschäft mit Paketen und Briefen auch von etlichen Hindernissen, kritischen Worten und verbalen Angriffen. Der neue Standort Jossa erschien vielen Bürgern „unverständlich und nicht nachvollziehbar“, obwohl sich in Sterbfritz keine neue Bereitschaft eine Postfiliale zu führen, abzeichnete, sagen sie.

Sterbfritz kämpft um eine Postfiliale

Von Fritz Christ „Wir möchten Sie über Möglichkeiten informieren, diesen großen Verlust für unseren Ortsteil und auch die umliegenden Ortsteile zu kompensieren und beziehen dabei auch die nähere Umgebung mit ein", heißt es in dem Handzettel. Nach wie vor spricht der Sterbfritzer Ortsvorsteher Wilhelm Merx von einem großen Einschnitt bezüglich der Schließung der Postfiliale im Kernort der Großgemeinde.

Nicht wissend was das Weihnachtsgeschäft für Anforderungen stellt, verschoben die Zellers das adventliche Grillen daher auf den 4. Januar. Rückblickend auf das Weihnachtsgeschäft nennen sie dies „eine weise Entscheidung“. In der Postfiliale Jossa wird nun der ganze Postservice, außer der Postbank angeboten.

Dazu gehören Briefe, Pakete, Retouren, Express-Sendungen und Briefzusatzleistungen sowie Einschreiben, Wertbriefe, Postident-Service und die Abholung von benachrichtigten Postsendungen und Paketen aus den zwölf Sinntaler Ortsteilen. Lieselotte Zeller hätte sich eine längere Einarbeitungszeit in Begleitung eines Fachmanns gewünscht, sagt sie. Aller Anfang sei bekanntlich schwer. Durch das umfangreiche Angebot der Post werde sie immer wieder mit Fragen konfrontiert, die sie noch per Telefon abklären müsse.

Ruhe im Post-Streit eingekehrt

Mittlerweile ist jedoch Ruhe eingekehrt, das postalische Angebot in Jossa wird gut angenommen. Lieselotte Zeller wächst mit den Aufgaben. Sie sagt: „Reich wird man nicht mit der Arbeit in der Poststelle, aber es ist ein schönes Zubrot.“ Der Tatsache, das es in Sterbfritz nun doch wieder einen DHL-Paketshop gibt, steht Zeller gelassen gegenüber, obwohl es auch für sie mit Einschränkungen verbunden ist. Bei der Ausgabe von benachrichtigten Postsendungen und Paketen ist sie in Kürze nur noch für drei statt zwölf Ortsteile zuständig. Es sind Jossa, Altengronau und Neuengronau.

Die Aufgaben des Paketshops in Sterbfritz bestehen in der Paketannahme, der Ausgabe von benachrichtigten Postsendungen und Paketen für die verbliebenen neun Sinntaler Ortsteile und im Briefmarkenverkauf. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr und Samstag 10 bis 12 Uhr.

Beim Neujahrsgrillen am vergangenen Samstag stand in Jossa weder Zeller’s Laden noch die neue Postfiliale zur Debatte. Trotz Kälte und Nieselregen füllte sich der Vorplatz beachtlich. Und es gab ausreichend Gelegenheit, Wünsche für ein gutes neues Jahr auszutauschen. Pavillons boten Nässeschutz, Gegrilltes und Feuerzangenbowle erwärmten die Seele von innen. Für den Ohrenschmaus spielten die Rhöner Hochsitzmusikanten aus Oberleichtersbach auf.

Video: Hausmeister Krause dreht mit Rapper Dustin in der Heinrich-von-Bibra-Schule

Nachwuchsrapper Dustin aus Schlüchtern hat in den Weihnachtsferien in der Heinrich-von-Bibra-Schule in Fulda ein Musikvideo mit Tom Gerhardt („Hausmeister Krause - Ordnung muss sein", „Voll normaaal") gedreht. Das Video mit dem 13-Jährigen hatte bis Dienstagmittag auf YouTube schon über 148.000 Aufrufe.

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