Sinntal will Ortsgrenze für Kindergarten-Neubau verschieben

15. November 2019
Sinntal

Die Gemeinde Sinntal ist kinderreich – zum Glück, finden die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses. Der Kindergarten „Rappelkiste“ in Sterbfritz soll erweitert werden. Vor der Sitzung der Gemeindevertreter am kommenden Montag empfiehlt der Ausschuss daher einstimmig die Zustimmung zu einer sogenannten Klarstellungssatzung.

Von unserem Redaktionsmitglied Lena Quandt

Diese betrifft ein Grundstück im Bereich Seemeweg im Ortsteil Sterbfritz. Nach dem Willen der Gemeinde sollen dort schon bald die Bagger rollen. Geplant ist eine Erweiterung des Kindergartens „Rappelkiste“, der sich schräg gegenüber befindet. Die Betreuungseinrichtung besucht bereits jetzt der Nachwuchs aus Breunings, Sannerz, Weiperz und Sterbfritz.

Bevor jedoch gebaut werden darf, müssen die Ortsgrenzen an dieser Stelle neu definiert werden. Denn die betreffende Wiese befindet sich auf dem Papier noch außerhalb des Ortes. Das soll sich ändern, erläuterte Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) in der Sitzung am Mittwochabend im Rathaus.

„Ortsgrenzen neu definieren“

Für Sinntal sind die Pläne eine gute Nachricht, darin waren sich alle Ausschussmitglieder einig. Sie empfehlen den Gemeindevertretern einstimmig die Zustimmung zu der Verwaltungsvorlage. Ein Anbau an das bestehende Gebäude sei geprüft, aber nicht möglich gewesen, so Ullrich. Die Bauaufsicht habe grünes Licht gegeben. Eine Einschränkung gebe es jedoch: Das Grundstück sei zweckgebunden. Es dürfe nur der Kindergarten oder – in späteren Zeiten – ein anderer öffentlicher Bau dort entstehen.

Alexander Dietz (BWG) fragte, ob die Gemeinde das Grundstück nach der Neudefinierung der Ortsgrenzen als Bauland oder Wiese erwerbe. Dieser Unterschied wirke sich auf die Kosten aus, so der Mandatsträger. Dem Rathauschef ist dies bewusst, man habe sich auf „etwas dazwischen“ geeinigt, sagte er. Dietz zeigte sich erfreut darüber, dass in Sterbfritz eine Kindergarten-Erweiterung und kein Rückbau nötig sei. Stefan Euler (BWG) pflichtete ihm bei: „Das ist eine tolle Sache für junge Eltern.“

SPD: „Freudiges Ereignis“

An die 10.000 Quadratmeter groß ist das zu bebauende Gelände im Seemeweg, erläuterte der Bürgermeister. „Da ist Platz“, kommentierte Ulrich Juling (BWG). Günter Frenz (CDU) sagte: „Schule, Kindergarten, Schwimmbad und alles an einer Stelle. Das wird für uns als Gemeinde ein Vorteil sein.“ Euler sprach in diesem Zusammenhang das Thema Lärmschutz an, Anwohner hätten ihn danach gefragt. Der Rathauschef berichtete, dass es sich um Mischgebiet handele, der Spielbereich aber hinter das Gebäude verlegt werden soll.

Günter Zeller (SPD) bezeichnete die Pläne als „freudiges Ereignis“. Interessierte sich aber auch dafür, was in Zukunft aus dem alten Kindergarten werden soll. „Perspektivisch ist später eine andere Nutzung denkbar. Aber in den nächsten zehn bis 15 Jahren ist das kein Thema“, sagte Ullrich. Der Grund: Die Gemeinde habe bis jetzt insgesamt 700.000 Euro in den bestehenden Standort investiert. Der Neubau sei als Ergänzung gedacht.

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