Knaus Tabbert richtet Strategie neu aus

Unternehmenspolitik hat eine dauerhafte Konsolidierung zum Ziel

28. Juni 2013
Jandelsbrunn

Nach wie vor hat der Reisemobil- und Caravanhersteller Knaus Tabbert mit einem schwierigen Markt zu kämpfen. Während der gestrigen Jahrespressekonferenz am Stammsitz im niederbayerischen Jandelsbrunn hat Geschäftsführer Wolfgang Speck die Produkt- und Unternehmenspolitik vorgestellt.

Noch zu Jahresbeginn, kurz nachdem der erste Wechsel in der Geschäftsfühung bei Knaus Tabbert von Giovanni Marcon zu Wolfgang Speck erfolgt war, hatte der damalige technische Geschäftsführer Michael Tregner angekündigt, es werde ein weiteres "Feuerwerk an neuen Produkten und Innovationen" geben. Seitdem Speck die alleinige Geschäftsführung innehat, gibt es eine grundlegend gewandelte Strategie. Hatte die Knaus Tabbert-Gruppe im Vorjahr noch mit insgesamt acht neuen Caravan- und Reisemobil-Baureihen aufgewartet, so fiel die Präsentation der Neuerungen gestern mit fünf Neuentwicklungen vergleichsweise gering aus.

"Brauchen wir in der Branche jedes Jahr einen neuen Hype?" Mit dieser Frage hat sich laut Speck die Unternehmensführung auseinandergesetzt – und ist dabei zu einer anderen Einschätzung gelangt. Bei Gesprächen mit den Händlern habe sich gezeigt, dass die Kunden – entgegen der landläufigen Einschätzung – dies ähnlich sehen. Denn: Der Entscheidungsprozess vom ersten Interesse bis zum Vertragsabschluss nehme nicht selten drei bis vier Monate in Anspruch. Das sei völlig normal, hätten die Kunden bei manchem Hersteller doch die Auswahl zwischen bis zu 250 Varianten. "Nehmt die Komplexität raus." Diesen Satz habe er von den Händlern oft gehört. Und so bringt Speck die neue Produktpolitik auf den Punkt: "Wir halten es einfach."

Deren Bestandteil soll künftig denn auch die Preisgestaltung sein. "Wir müssen sehen, dass wir bei gleicher Qualität günstiger werden", erläutert Speck. Nicht selten müssten die Vertriebspartner die Fahrzeuge zunächst einige Monate vermieten, um 15 000 bis 20 000 Euro "herauszufahren" und sie dann als Gebrauchtfahrzeuge günstiger an die Endverbraucher abgeben zu können. Überdies soll die Lagerhaltung fertiger Fahrzeuge anders organisiert werden: "Ich habe das Geld lieber auf dem Konto liegen als hinter der Halle stehen", betont Speck.

Neben diesen Kosteneinsparungen geht es laut dem Knaus-Tabbert-Geschäftsführer künftig auch darum, die Produkte besser auf die Zielgruppen zuzuschneiden und gerade in der jüngeren Generation auch neue Zielgruppen zu erschließen; auch durch den Einsatz neuer Medien. Zusammen mit einer gezielten Weiterentwicklung der Produkte, der Optimierung der Produktionsprozesse und der stetigen Qualifizierung und Weiterbildung des Personals sowie der Händler will sich die Knaus-Tabbert-Gruppe auf dem schwierigen Markt behaupten. Die Devise für die kommenden Jahre lautet nach zahlreichen Neuentwicklungen nun Konsolidierung, Umsatz halten und profitabel arbeiten.

Erreichen will Geschäftsführer Speck, der sich selbst als Coach und Moderator versteht, dies durch ein gestärktes Produkt- und Markenmanagement. Zu diesem Zweck hat die Unternehmensgruppe, die sich erst jüngst gegen einen Verkauf oder die Auflösung der Marke Bavaria Camp entschieden hat, drei entsprechende Produkt- und Markenmanager installiert. So verantwortet Swen Dluzak die Marken Knaus und Weinsberg, Hans Hanusch die Kastenwagenproduktion und Mario Volklandt die Marken Tabbert, T@b und Wilk.

Letzterer stellte gestern – im 60. Jahr des Bestehens von Tabbert – auch eine Neuheit aus Mottgers vor: die Privat Edition Alfred Tabbert, einen Caravan, der zwischen den Modellreihen DaVinci und Vivaldi angesiedelt ist. "Einen echten Tabbert", wie Volklandt sagte.

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