Überwachungskamera überführt Exhibitionisten

03. Februar 2018
Bad Soden-Salmünster

Im Oktober 2015 musste eine Bankangestellte aus Bad Soden-Salmünster im Regionalexpress von Frankfurt nach Fulda mitansehen, wie ein Mann vor ihr auf der Höhe von Gelnhausen seine Hose öffnete und an seinem Glied manipulierte. Der hinreichend polizeibekannte Täter wurde jetzt im Amtsgericht Gelnhausen zu einer Geldstrafe verurteilt.

Da der Mann mittellos ist und seit zehn Jahren auf der Straße lebt, fiel die Strafe sehr gering aus. Der Urteilsspruch gelang auch erst im dritten Anlauf: Beim ersten Termin sagte der 50-Jährige aus, dass er sich aufgrund einer starken Alkoholisierung nicht mehr an den Vorfall erinnern könne.

Den zweiten Verhandlungstermin schwänzte der Angeklagte, wonach ein Haftbefehl erging. Am 29. Dezember wurde er in Haft genommen. Dort wird er bis zum Samstag bleiben, weil er wegen einer nicht bezahlten Geldstrafe aus einem anderen Verfahren eine Ersatzfreiheitsstrafe absitzen muss. Die Bankangestellte hatte ihre Aussage bereits beim ersten Verhandlungstermin gemacht.

Demnach hat der Angeklagte im Zugabteil seit der Abfahrt in Frankfurt zunächst ein junges Mädchen „angemacht und angesprochen“. Als dieses gegen 22 Uhr den Regionalexpress im Bahnhof Gelnhausen verlassen hatte, beobachtete sie im Spiegelbild der Fensterscheibe, wie der Mann nach der Abfahrt seine Hose öffnete und sich selbst befriedigte.

„Ich war froh, als ich draußen war“, erklärte die Frau zu ihrem Ausstieg in Salmünster. Bei der exhibitionistischen Handlung wurde der 50-Jährige nicht nur von ihr beobachtet, sondern auch von einer Überwachungskamera.

Der Auftritt des Angeklagten im Zugabteil wurde über eine Länge von 45 Minuten gefilmt, die ihm vorgeworfene Handlung ist deutlich zu sehen. Die Folge war ein Geständnis des 50-Jährigen in der Verhandlung, zu der er in Handschellen erschien. Das Gericht verurteilte ihn rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen á 5 Euro. / anz

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