Viel Theater auf der alten "Via Regia"

Mit dem Ensemble Feel-X auf amüsantem Streifzug durch die Geschichte

05. August 2013
Salmünster

Joseph, die Wirtin vom Roten Ochsen, Goethe, der gute Jud', der tagsüber schläfrige Nachtwächter und andere Figuren aus der Historie begleiteten eine Gruppe Menschen auf dem Streifzug durch die Geschichte von Salmünster.

Die "Via Regia", des Reiches Straße, die von Frankfurt nach Leipzig führte, bescherte Salmünster einst bewegte Zeiten. In der Theaterstadtführung unter dem Thema "Via Regia – ein Leben an des Reiches Straße" vermittelte das Ensemble Feel-X einen kleinen Einblick darüber, wie es in früheren Jahrhunderten zugegangen sein mag. Da erzählte der Mönch an der Antoniusruh', dass er sich hier niederlassen wolle, um dem zügellosen Leben Einhalt zu gebieten und eine Kirche aus Stein zu bauen.

Tobias Viering in der Rolle eines fürstlichen Herrn führte die Gruppe durch die Altstadt und berichtete unter anderem von der früheren Stiftskirche, deren genaues Alter niemand bestimmen könne. Auf einem Teil ihrer Grundfläche wurde die heutige Kirche errichtet, während der alte Turm noch lange stehen blieb. In Folge eines Unwetters fiel 1896 auch dieser zusammen, aber zum Glück existiert davon eine Fotografie, die Viering zeigte, ehe "Joseph", die Wirtin vom Roten Ochsen, erschien. "Joseph" nahm zunächst Anstoß an der "unzüchtigen" Kleidung der Zuschauer. Sie erzählte von den sieben Gasthäusern, die es einst in der Stadt gab. Das Bier werde gegen ein Entgelt im Brauhaus selbst gebraut, aber die Durchreisenden tränken auch gerne den Salmünsterer Wein, der am Münsterberg und in der Hirschbach wachse. Just mit jenem Tröpfchen versuchte im Schleifrashof die "Margarete", sich den Herrn Geheimrat von Goethe vom Leibe zu halten. Aber der Dichter aus Frankfurt, der es auf das "Gretchen" abgesehen hatte, verschmähte den sauren Trunk und kippte ihn in den Brunnen. Am Dammweg erfuhren die Gäste einiges über die einstige Stadtmauer und begegneten sogar Napoleon Bonaparte, der nach eigenen Erzählungen mehrere Male in Salmünster Halt machte und offenbar auch plünderte. "Das habt ihr davon, dass ihr den Ort direkt an die Via Regia gebaut habt", meinte er, ehe er sich wieder zurückzog.

Der weitere Weg führte die Gruppe zum Brauhaus, wo man einst für "einen Gulden, 48 Kreuzer" brauen konnte und zur ehemaligen Synagoge, wo der "gute Handelsjud" seine Dienste anbot.

Schließlich ging es in Richtung Alter Hof, wo der tagsüber recht mürrische Nachtwächter auf seinen Einsatz wartete.

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