Vier Bürgerinitiativen aus dem Kinzigtal gründen Verbund zum Bahnausbau

13. März 2018
Kinzigtal

Die Bürgerinitiativen (BIs) „BI Ausbau Bestandstrecke“ aus Gelnhausen, „BI Bahnausbau Wächtersbach“, „BI Pro BrachtTal“ und „BI Pro Lebensraum am Rande des Vogelsbergs“ aus Hintersteinau haben einen Verbund gegründet.

Beschlossen wurde in einer konstituierenden Sitzung der „BI-Verbund Bahnausbau Main-Kinzig“ (BI-Verbund BMK). Lesen Sie nachfolgend eine Presseinformation des Vereins Pro BrachtTal im Wortlaut:

Die vier Bürgerinitiativen setzen sich kritisch mit den Planungen der DB Netz AG zum Ausbau der Bahnstrecke zwischen Hanau und Fulda auseinander. Das Bündnis wählte zwei gleichberechtigte Sprecher: Prof. Dr. David Lupton von der „BI Ausbau Bestandsstrecke“ aus Gelnhausen und Volker Lemcke von „Pro BrachtTal“.

„Wir arbeiten seit Mitte letzten Jahres intensiv zusammen, deshalb ist es folgerichtig, noch enger zusammenzurücken und die Kräfte zu bündeln“, so die beiden Spitzen des Verbunds. „Nur wenn der Deutschen Bahn AG und der Politik klar ist, dass hier viele Menschen im Main-Kinzig-Kreis gemeinsam aktiv sind, um die für Mensch und Natur und für den MKK verträglichste Variante und den bestmöglichen Lärmschutz zu finden, können wir etwas erreichen.“

Politik aktiviert, Bahn überzeugt

Einen großen Schritt in diese Richtung hatten Kreistag und Kreisspitze um Landrat Thorsten Stolz in den vergangenen Wochen bereits vollzogen. Sie stellten finanzielle Mittel im Kreishaushalt bereit und beauftragen ein unabhängiges Planungsbüro mit der Prüfung der möglichen Trassenvarianten. Volker Lemcke: „Wir danken der Kreispolitik, die die Befürchtungen vieler Bürger des MKK aufnimmt und die Bemühungen der Bürgermeister und der Bürgerinitiativen unterstützt. Mit den beschlossenen Maßnahmen geht der Kreis nun voran. Der BI-Verbund wird zum weiteren Gelingen beitragen.“

„Wir danken aber auch der DB Netz AG“, so David Lupton, „denn sie hat sich überzeugen lassen, den Geist des Dialogprozesses endlich mit Leben zu füllen und die vollständige Prüfung einer von unabhängigen Seiten vorgeschlagenen Ausbauvariante (Trasse VIII) nicht länger abzulehnen“.

Wächtersbacher Erklärung als Handlungsbasis

„Basis der gemeinsamen Arbeit ist die „Wächtersbacher Erklärung“, erklärt Alexandra Schüller, Vorsitzende der BI „Bahnausbau Wächtersbach“. Im September 2017 hatte sich der Großteil der Kinzigtaler Bürgermeister und Bürgerinitiativen zusammengetan und gemeinsam die Prüfung des weitestgehenden Ausbaus der Bestandsstrecke und umfassenden Lärmschutz an der Bestandsstrecke gefordert.

„Dass die Deutsche Bahn AG die Prüfung der Ausbaustrecke als eigenständige Trasse „VIII“ nun endlich zugesagt hat, ist ein Erfolg unserer Bemühungen! Die Hauptarbeit aber kommt erst noch“, so Schüller. Damit meint sie die kritische Begleitung der weiteren Planungen bis hinein in die rechtlichen Bewertungen in den weiteren Phasen des Planungsverfahrens.

Gemeinsames Auftreten geplant

Auch wenn im weiteren Verlauf einzelne Varianten aus der Planung herausfallen, werde man weiterhin zusammenarbeiten. „Letztlich sind wir im engen Kinzigtal alle von der neuen Trasse betroffen. Und sei es durch die Mehrbelastung an der Bestandsstrecke“, so die Vertreter des BI-Verbunds. Dass die Bemühungen um einen großen Konsens nicht an der Kreisgrenze enden, stellt Oliver Held klar.

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Pro Lebensraum am Rande des Vogelsbergs“ aus Hintersteinau sieht seine BI als wichtiges Bindeglied für die Kooperation mit den Aktiven aus dem Landkreis Fulda. „Wir sind an der Grenze der Landkreise beheimatet, daher ist uns wichtig, die Kooperation aller BIs zu fördern. Unsere BI hat sich deshalb auch mit dem Großteil der BIs aus dem Fuldaer Landkreis auf eine gemeinsame Position verständigt.“

Die Forderungen der MKK-BIs und der des Landkreises Fulda stehen sich nicht entgegen, da an einem Knotenpunkt nordwestlich Schlüchterns auf eine Trassenvariante gewechselt werden kann, die den Menschen aus dem nördlichen Teil des Suchraumes der Bahn entgegen kommt.

„Diese Positionen hatten wir im Rahmen unserer großen BI-Allianz bereits im Juni letzten Jahres in Brachttal-Spielberg geklärt“, so Oliver Held. Er spielt damit auf ein Spitzentreffen vieler BI-Vorsitzender mit dem Staatssekretär im Verkehrsministerium Rainer Bomba und dem damaligen CDU Generalsekretär Peter Tauber an, die dort ebenfalls ihre Unterstützung zusagten.

„Wir rufen alle weiteren Bürgerinitiativen aus dem MKK auf, dem Bündnis beizutreten um die gebündelten Kräfte weiter zu verstärken“, so die Mitglieder des „BI-Verbund BMK“. „Wir hoffen auf offenen Umgang miteinander und möchten uns auch bei Differenzen über einen möglichen Trassenverlauf gerne mit allen Betroffenen zusammensetzen, um das insgesamt beste Ergebnis zu erzielen“, erklären Lemcke und Lupton abschließend. / KN