„Würdiges Bild“ nach Restauration – Bürgermeister Matthias Möller eröffnet „neues“ Ehrenmal am Friedhof

17. April 2019
Schlüchtern

Als im Dezember 2017 Metalldiebe an der Kriegsgräber-Gedenkstätte am Schlüchterner Friedhof in der Fuldaer Straße eine große Bronzeplatte abgehebelt und eine weitere zerstört hatten, war die Verärgerung und das Unverständnis groß. Am Dienstag wurde die restaurierte Gedenkstätte offiziell vorgestellt.

Von unserem Redaktionsmitglied Tim Bachmann

Mit einer Schweigeminute am restaurierten Denkmal wurde gestern derer gedacht, die durch Kriegshandlungen ums Leben gekommen sind. Auf vier großen Bronzetafeln sind die Namen und Todestage der Schlüchterner eingemeißelt, die durch die zwei Weltkriege zu Tode gekommenen sind.

Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) sprach vor einigen Vertretern aus der Stadtpolitik und vor Sponsoren, die die Finanzierung der Restauration übernommen hatten, von einem „würdigen Bild“, das die neuen Gedenkplatten und das gereinigte Ehrenmal nun abgeben würden. „Es ist ein Denkmal und ein Mahnmal zugleich. Denn es soll unsere und nachfolgende Generationen an die Gräuel der Kriegswirren erinnern“, so Möller.

Erinnert an Schlüchterner, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind

Ernst Müller-Marschhausen erinnerte daran, dass die Namen von zehn jüdischen Mitbürgern auf einer der Tafeln zu finden seien. „Gute Schlüchterner Bürger“, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Teilweise mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet – „ebenso deutsch wie alle anderen“.

Rückblick: Im Dezember des Jahres 2017 hatten Metalldiebe an der Kriegsgräber-Gedenkstätte auf dem Friedhof eine große Bronzeplatte abgehebelt und entwendet. Darüber hinaus hatten die Täter weiteren Sachschaden verursacht – vom immateriellen Schaden ganz zu schweigen. Den Materialwert der etwa einen Zentimeter starken Platte schätzten die Beamten der Polizeistation Schlüchtern auf etwa 500 Euro.

Die Bodenplatte wurde beim Versuch, diese herauszuhebeln, an einer Ecke nach oben gebogen und musste nun ebenfalls ersetzt werden. Damit nicht abermals Diebe angelockt werden, wurden die neuen Platten aus Eloxal-beschichtetem Aluminium hergestellt. Aufzeichnungen mit Namen und Daten ermöglichten die Restauration.