LKA ermittelt: Regierungspräsident Lübcke erschossen aufgefunden

02. Juni 2019
Kassel

Der nordhessische Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke ist in der Nacht zu Sonntag plötzlich gestorben. Nach Informationen unserer Zeitung wurde er in seinem Haus in Wolfhagen-Istha durch mindestens einen Schuss in den Kopf getötet. Das Landeskriminalamt (LKA) meldete sich am Sonntag um 15.53 Uhr. Es teilte mit: „Da die Todesumstände unklar sind, hat das Hessische Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Aufgrund laufender Ermittlungen sind derzeit keine weiteren Auskünfte möglich.“

Der Hintergrund der Tat ist völlig unklar. Lübcke war passionierter Jäger. Er wurde von Familienangehörigen tot aufgefunden. Das Haus der Familie ist wegen der Ermittlungen großräumig abgeriegelt. Die Leiche wurde noch am Sonntag in die Kasseler Gerichtsmedizin gebracht.

Dr. Walter Lübcke wurde 65 Jahre alt. Er hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Söhne mit ihren Familien. Wie das Regierungspräsidium äußerte, herrschen dort Fassungslosigkeit und Erschütterung über den Tod des beliebten und außerordentlich nahbaren Behördenleiters. Dr. Walter Lübcke wurde von Ministerpräsident Volker Bouffier in das Amt des Regierungspräsidenten berufen, das er vor zehn Jahren antrat.

In den zehn Jahren seiner Amtszeit leitete er die Behörde durch große Veränderungen, in der seine Bodenständigkeit und sein offener, verbindlicher Umgang ihm wie auch den Beschäftigten vieles erleichterten. Deshalb hatten sich viele sehr gefreut, als Dr. Lübcke über das 65. Lebensjahr hinaus eine Verlängerung seiner Amtszeit bis September 2019 beantragt hatte und diesem Antrag entsprochen wurde. Umso größer sei in diesen Tagen die Trauer um Dr. Walter Lübcke, heißt es in der Pressemitteilung.

Der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand äußerte sich zum Tod von Lübcke wie folgt: „Der Tod von Walter Lübcke reißt eine schmerzhafte Lücke und macht mich sehr traurig. Wir kannten uns seit Jahrzehnten und haben politisch wie menschlich optimal zusammengearbeitet. Walter Lübcke war verlässlich, mit klarem Kompass, ein Patriot und ein überzeugter Waldecker durch und durch. Noch vorletzte Woche haben wir uns in Fulda beim Wechsel des Kreishandwerkmeisters gesprochen und miteinander gelacht Er war ein großer Menschenfreund, war bodenständig und liebte das Leben. Und als Nordhesse war er ein Freund Osthessens. Wir verlieren ein Streiter für unsere Region, persönlich verliere ich einen Freund. Meine Gedanken sind in dieser schweren Stunde bei seiner Familie.“ / vn