Besondere Gemälde restauriert – Stadtmuseum stellt Werke von 1700 bis 1814 aus

09. Januar 2020
Herbstein

In Kooperation mit der Stadt Herbstein hat der Museums-, Geschichts- und Kulturverein alte Gemälde der Fürstäbte und Fürstbischöfe von Fulda restaurieren lassen. Als letztes war das Gemälde von Adalbert von Harstall an der Reihe.

Vom Jahre 1012 bis 1802 unterstand Herbstein den kirchlichen und weltlichen Oberhäuptern der Abtei Fulda. Viele Jahrzehnte hingen die Gemälde, die Fürstäbte und Fürstbischöfe zeigen, im Sitzungssaal des Herbsteiner Rathauses. Der Museumsverein organisierte die Restauration.

Dazu wurden die Werke aus ihren Rahmen genommen, alte Firniss-Schichten entfernt, gereinigt und kleine Retuschen durchgeführt, wieder gefirnisst und in die vorhanden Rahmen montiert.

Herbstein übernahm Kosten

Kleinere Schäden an den Rahmen wurden ausgebessert. Die Stadt Herbstein übernahm die Kosten. Nachdem bereits die Gemälde von Constantin von Buttlar, Adolph von Dalberg, Heinrich von Bibra, Adalbert von Schleifras, Adalbert von Walderdorff, Amand von Buseck und einem unbekannten Propst restauriert worden waren, kam als letztes Adalbert von Harstall an die Reihe.

Er wurde am 18. März 1737 in Treffurt im heutigen Wartburgkreis in Thüringen geboren. Nach seinem Studium an der Universität Würzburg wurde er im Jahr 1761 zum Priester geweiht und 1788 Bischof von Fulda. Papst Pius VI. bestätigte ihn 1789 in seinem neuen Amt. Von Harstalls Amtszeit war geprägt von der Französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen. Auf Drängen Napoleons endete 1802 Harstalls weltliche Herrschaft. Damit war er der letzte Fürstbischof Fuldas.

Sonntags im Stadtmuseum zu sehen

Das Haus Oranien-Nassau übernahm 1803 die Macht, und Adalbert von Harstall musste vom Stadtschloss in das Palais Buseck umziehen. Er blieb jedoch bis zu seinem Tode (1814) Bischof von Fulda.

Herbstein wurde von 1802 bis 1806 nassauisch, stand danach unter französischer Verwaltung und kam 1810 zum Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen. Kirchenrechtlich verblieb Herbstein jedoch bis 1821 beim Bistum Fulda und wurde danach, da es zum Großherzogtum Hessen gehörte, dem Bistum Mainz zugeordnet. Damit endete eine 800 Jahre lange politische und kirchliche Zusammengehörigkeit zu Fulda.

Die restaurierten Gemälde decken den Zeitraum von 1700 bis 1814 lückenlos ab. Sie sind sonntags von 14 bis 16 Uhr im Stadtmuseum in Herbstein zu sehen. / mlo

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