Bischof Gerber predigt bei Hessentag – 2000 Besucher in Stiftsruine

13. Juni 2019
Bad Hersfeld/Fulda

Unter dem Motto „Feuer und Flamme“ feierten rund 2000 Menschen am Pfingstmontag einen Hessentagsgottesdienst in der Stiftsruine. Bischof Gerber predigte über einen bewegende Begegnung.

Die Lullusglocke, Deutschlands älteste Glocke aus dem Jahre 1038, läutete den Festgottesdienst ein. Joern Hinkel, der Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, begrüßte die Besucher in der Stiftsruine.

Die Pfingsterzählung aus der biblischen Apostelgeschichte bot den Hintergrund für ein Wechselspiel aus Musik, Tanz und Predigt. Pfarrer und Liedermacher Dr. Fabian Vogt komponierte speziell für diesen Anlass Lieder. Schauspieler Dominik Weber trug die Geschichte vor, die nicht nur durch die Lieder, sondern auch durch passende Tanzchoreografien und eine Sprechmotette in verschiedenen Sprachen vertieft wurden. Der Hessentagschor mit mehr als 200 Sängerinnen und Sängern, sowie der Kreisposaunenchor und die Band SoulTrain sorgten für Musik, schreibt das Bistum Fulda in einer Pressemitteilung.

Predigt von den Bischöfen

Der Bischof des Bistums Fulda, Dr. Michael Gerber, predigte von einer Begegnung mit einem jungen Priester aus Burundi. Dieser habe ihm erzählt, wie er als Schüler infolge des Bürgerkrieges Zeuge eines Massakers an seinem Internat geworden sei. Als er dann einige Jahre später an den Gräbern seiner getöteten Mitschüler stand, habe er den Impuls gespürt, Priester zu werden und sich für die Versöhnung in seinem Volk einzusetzen. „Aus einer Erfahrung ist eine Entscheidung geworden“, erzählte er Gerber. Diese Begegnung machte Gerber Mut, Initiative zu ergreifen: „Der Geist Gottes wirkt, wo er Menschen die Gnade schenkt, trotz tiefer persönlicher Verletzungen zu Brückenbauern zu werden, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen. Diesen Geist Gottes brauchen wir gerade heute in den gegenwärtigen Spannungen und Herausforderungen.“

Auch der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Professor Dr. Martin Hein, predigte für die vielen Besucher. Auch heute noch, so Hein, treffe Gottes Geist Menschen mitten ins Herz: „Es sind ganz besondere Momente, in denen Menschen ihn spüren können als ein plötzliches Erkennen, als Wärme in Zeiten von Kälte, als inneren Funken, der in Bewegung setzt und lebendig macht.“ Davon werde in diesen Tagen in der Feuerkirche und im Flammenzelt erzählt. „Viele Ehrenamtliche wirken darin mit und teilen ihre Erfahrungen, weil es sie mitten ins Herz getroffen hat“, stellte Hein fest.

Den Worten der Bischöfe folgte eine Choreografie mit rund 2000 Feuertüchern. / erz