Der entscheidende Hinweis: Zwei Frauen helfen bei Festnahme von Exhibitionisten

12. Oktober 2019
Bad Brückenau-Staatsbad

Foto: Klaus Wiesler

Zwei unerschrockene Kurgäste haben der Polizei dabei geholfen, einen Exhibitionisten festzunehmen. Die beiden Frauen riefen versteckt die Polizei und dirigierten die Beamten den Weg des Mannes. Jetzt bedankten sich Polizei und Kurverwaltung bei den beiden Helfern.

Bettina Lange von der Staatlichen Kurverwaltung und Herbert Markert, Leiter der Polizeiinspektion Bad Brückenau, ehrten und dankten den zwei weiblichen Kurgästen, die mithalfen, am Dienstagnachmittag, 24. September, im Staatsbad einen Exhibitionisten festzunehmen.

Anni Heilmann aus Großhabersdorf im Landkreis Fürth ist 67 Jahre alt. Bevor sie in Rente ging, arbeitete sie in einer Bank. Regine Schweim kommt aus Wesenberg bei Lübeck. Sie ist 59 Jahre alt. Sie arbeitet in der Agentur für Arbeit in Bad Oldesloe. In beiden Berufen darf man nicht ängstlich und schreckhaft sein, findet die Polizei. Die beiden Frauen kuren zurzeit in Bad Brückenau-Staatsbad. Hier lernten sie sich kennen und wurden schnell Freundinnen. Zwischen und nach den Anwendungen vertreiben sie sich die Zeit mit Spaziergängen.

Der Tatverdächtige entkommt vorerst

Am Freitagnachmittag, 20. September, trat ihnen plötzlich ein Exhibitionist gegenüber. Sie reagierten äußerst selbstbewusst, verständigten sofort die Polizei und gaben eine gute Beschreibung durch. Trotzdem schaffte es der Tatverdächtige, der Polizei trotz unmittelbar nach dem Anruf eingeleiteter Fahndung ein Schnippchen zu schlagen und zu entkommen.

Vier Tage später sahen die beiden Frauen nach dem Mittagessen den Mann wieder. Jetzt wurde es zu eng für den 51-Jährigen und er konnte von einer Streifenwagenbesatzung festgenommen werden. „Dabei verhielten sich die beiden Zeuginnen vorbildlich. Sie gingen nicht auf den Mann los, sondern riefen verdeckt die Polizei, fotografierten ihn heimlich und beschrieben der Einsatzzentrale den weiteren Weg, den er ging, und dirigierten sogar die Streifen in die richtige Richtung“, lobte Markert das clevere und besonnene Verhalten.

„Sehr professionell“

Lange und Markert luden die beiden Zeuginnen, die auch Geschädigte der Sexualstraftat sind, in den Elisabethenhof im Staatsbad ein, um sich mit Präsenten zu bedanken. Lange war wegen der Festnahme des Tatverdächtigen erleichtert, war doch erst im August ein Exhibitionist aufgetreten. Sie war sichtlich stolz auf den Mut und das schlaue Verhalten ihrer Gäste. „Erkennen, beobachten, die Polizei rufen, die Zeit nutzen, um sogar noch verdeckt ein Foto zu machen, und dann noch die Einsatzkräfte dirigieren. Das war schon sehr professionell“, führte Markert aus, dass sie alles richtig gemacht hätten. Und weiter: „Das war sehr viel cleverer als selbst den Mann anzusprechen. Denn dann wären sie möglicherweise selbst in Gefahr geraten und er hätte vielleicht wieder entkommen können. So hatten wir einen kleinen Vorsprung und konnten ihn fassen.“

„Keinen Moment Angst“

Die beiden geehrten Frauen nahmen es relativ gelassen. Sie freuten sich, dass sie zur Festnahme hatten beitragen können. Aufgrund ihrer Berufserfahrung hätten sie in keinem Moment Angst verspürt, versicherten sie. Regine Schweim berichtete, dass sie auf Veranlassung ihres Arbeitgebers sogar in Selbstverteidigung ausgebildet worden sei. Schweim und Heilmann lobten ihrerseits den schnellen Einsatz so vieler Streifen der Bad Brückenauer Polizei und baten, den eingesetzten Beamten Grüße und Dank auszurichten.

Für den Rest des so aufregend begonnenen Kuraufenthaltes ziehen sie aber doch Ruhe und Entspannung vor. Der Sachbearbeiter der Polizei Bad Brückenau prüft nun weitere noch nicht gelöste Fälle von Exhibitionismus im Dienstbereich auf Tatzusammenhänge. Die Bad Brückenauer Polizei nimmt zu diesem Zweck auch Verbindung mit der Wohnortdienststelle des Tatverdächtigen auf. Der Tatverdächtige ist 51 Jahre alt und kommt aus dem angrenzenden Hessen. / lea