Die Wölfin im Vogelsberg: Im Januar könnte ein Territorium entstehen

17. Dezember 2019
Gießen/Wiesbaden

Nach vermehrten Wolfsnachweisen in diesem Jahr könnte im Januar nun erstmals seit längerer Zeit wieder ein Wolf in Hessen heimisch werden. Dies teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Dienstag mit.

Für die Gründung eines sogenannten Wolfsterritoriums kommen laut Monitoringdaten des HLNUG zwei weibliche Tiere infrage. Sie wurden bereits mehrfach genetisch nachgewiesen – nämlich eine Wölfin im Vogelsbergkreis sowie eine weitere in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder und Werra-Meißner.

Zuletzt wurde 2008 ein Wolf sesshaft

Laut Fachleuten ist ein individuell bekannter Wolf sesshaft geworden, wenn er über einen Zeitraum von sechs Monaten mehrmals in einer Region sicher nachgewiesen wird. Einen Wolf mit eigenem Territorium in Hessen gab es zuletzt im nordhessischen Reinhardswald 2008 bis 2011. Dann wurde der Rüde tot gefunden.

Stichtag ist der 12. Januar

Bei der Wölfin im Vogelsberg ist der Stichtag der 12. Januar. Wenn ab diesem Datum ein erneuter Beleg erbracht wird, hat Hessen wieder ein Wolfsterritorium, wie das HLNUG erklärte. Die Wölfin ist im Bereich von Ulrichstein unterwegs und wurde erstmals am 12. Juli nachgewiesen. Bei der Wölfin, die unter anderem im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nachgewiesen wurde, wäre der Beleg für ein Territorium am 1. Februar erbracht. Sie wurde erstmals im August in der Gegend festgestellt. / dpa

Wölfe auf dem Vormarsch in Hessen - Angst und Ärger bei Schäfern

Wölfe in Hessen sorgen seit Monaten immer wieder für Aufregung. Besonders die Schäfer im Land sind in großer Sorge und sensibilisiert. Das zeigt sich etwa in Nordhessen bei zwei Schäfern, die von Angriffen und toten Tieren berichten. Hobby-Schäfer Karl-Heinz Meckbach (70) holt sich Rat bei Berufsschäfer Anton Göbel (66) in Spangenberg-Herlefeld.

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