Gaspistolen-Schuss in Bad Hersfeld: Kein rechtes Motiv

07. Oktober 2019
Bad Hersfeld

Mit einer Gaspistole hat ein 28-jähriger Deutscher am Bad Hersfelder Bahnhof auf einen 18-jährigen Somalier geschossen. Die Ermittler schließen ein rechtes Motiv aus.

Es gibt keine Hinweise auf eine politisch motivierte Tat, bestätigt die Bundespolizei auf Nachfrage unserer Zeitung. Ein Test ergab, dass der polizeibekannte 28-Jährige zur Tatzeit unter Drogeneinfluss stand. „Wir gehen davon aus, dass der Mann im Rausch gehandelt hat“, berichtet Ralf Kämmerer, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel. Der Somalier sei nach derzeitigem Ermittlungsstand kein gezieltes Opfer gewesen.

Gegen den Tatverdächtigen wird nun wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Er hat am Freitag gegen 19.15 Uhr auf Gleis 2 mit der Gasdruckpistole auf den 18-Jährigen geschossen. Am Sonntag teilte das die Bundespolizei mit.

„Damit hätte der Schütze sein Opfer nicht ernsthaft verletzen können“, sagt Ralf Kämmerer. Die Druckwelle könne nur bei einem aufgesetzten Schuss oder aus wenigen Zentimetern Entfernung Schaden anrichten. Das Opfer sei aber mehrere Meter entfernt gewesen.

„Trotzdem reicht eine Gaspistole aus, um für reichlich Panik zu sorgen. Sie knallt und sieht aus wie eine echte Waffe“, so Kämmerer. Zeugen und das Opfer rannten nach dem Schuss über die Gleise.

Zwei Beamte der Landespolizei in Zivil, die gerade auf dem Nachhauseweg waren, stellten den 28-Jährigen und nahmen ihn fest. Inzwischen wurde er wieder frei gelassen. / lio

Panik am Gleis: Mann schießt mit Gaspistole auf 18-Jährigen - Zeugin sieht schwarzen Gegenstand

Der Vorfall ereignete sich bereits am Freitagabend. Erste Details teilte die Bundespolizei aber erst jetzt auf Nachfrage der „Hersfelder Zeitung" mit. Demnach soll ein 28-jähriger Deutscher gegen 19.15 Uhr auf Gleis 2 in Höhe des Aufzugs mit einer Gasdruckpistole auf einen 18 Jahre alten Somalier geschossen haben. Einmal.