Vogelsberger Milliardär Helmig spendet 200.000 Euro an die FDP

27. November 2015
Hamburg/Grebenhain

Zuletzt hatte Lutz Helmig mit einer Millionenspende an seine Heimatgemeinde Grebenhain für Aufsehen gesorgt, jetzt spendet der Vogelsberger Unternehmer 200.000 Euro an die FDP – immerhin die drittgrößte Parteispende in diesem Jahr in Deutschland.

Der Vogelsberger Unternehmer und Milliardär Lutz Helmig hat der FDP eine der größten Parteispenden des Jahres zukommen lassen. Wie die Transparenzorganisation „abgeordnetenwatch.de“ unter Berufung auf Angaben des Deutschen Bundestages berichtete, spendete Helmig als Privatmann am 24. November 200.000 Euro an die Liberalen. Dies sei die drittgrößte Spende an eine politische Partei in Deutschland im laufenden Jahr, hieß es.

14 Tage zuvor hatte die FDP bereits von der Firma R & W Industriebeteiligungen GmbH eine Zuwendung in Höhe von 250.000 Euro erhalten. In beiden Fällen gibt es laut „abgeordnetenwatch.de“ Verbindungen zur Helios-Gruppe, einem der größten privaten Klinkbetreiber Deutschlands. Helmig, von dem die FDP 2001 schon einmal 44.200 DM erhalten hatte, ist Gründer und langjähriger Geschäftsführer der Helios-Gruppe. Inzwischen gehört ihm die Beteiligungsgesellschaft Aton GmbH, zu der unter anderem auch der Fuldaer Autozulieferer EDAG gehört.

Platz 63 unter den reichsten Deutschen

Auch von dem Unternehmen R&W Industriebeteiligungen gebe es personelle Verbindungen zur Helios-Gruppe, so die Lobby-Kontrolleure. Hinter der GmbH stehe der Unternehmer Walter Wübben. Wübben war Hauptaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender der Unternehmensgruppe Damp, die zu den zehn größten Krankenhausbetreibern in Deutschland gehörte und vor allem im Norden stark vertreten war. 2012 verkaufte Wübben seine Damp-Anteile an die Helios-Gruppe. Die FDP erhält laut „abgeordnetenwatch.de“ seit 2013 hohe Zuwendungen von R&W. Im Wahljahr waren es 200.000 Euro, 2014 noch einmal so viel.

Lutz Helmig, der einen Wohnsitz im Vogelsberg-Ort Grebenhain hat und von dort aus den Helios-Konzern aufgebaut hatte, liegt laut jüngsten Angaben des „Manager-Magazins“ mit einem geschätzten Vermögen von 2,2 Milliarden Euro auf Platz 63 auf der Liste der reichsten Deutschen. Für bundesweite Schlagzeilen sorgte Helmig im Juli 2013, als er seiner Heimatgemeinde Grebenhain 2,1 Millionen Euro zur Schuldentilgung schenkte – unter strengen Auflagen.

FDP mit größtem Spendenaufkommen

Im laufenden Jahr haben die Parteien nach Angaben der Transparenzwächter bereits meldepflichtige Großspenden von insgesamt 1.292.400 Euro erhalten. Die höchsten Zuwendungen bekam bislang die FDP (450.000 Euro), gefolgt von der CDU (430.000 Euro). Die SPD erhielt meldepflichtige Großspenden in Höhe von insgesamt 160.000 Euro. Eine Privatperson ließ der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) etwas mehr als eine Viertelmillion Euro zukommen – wie übrigens schon seit vielen Jahren.

Der weitaus größte Teil der Parteispenden entfällt auf Zuwendungen, die unterhalb von 50.000 Euro liegen. Diese werden allerdings erst mit bis zu zweijähriger Verzögerung in den Rechenschaftsberichten veröffentlicht. „abgeordnetenwatch.de“ fordert, Parteispenden bereits ab 10.000 Euro unverzüglich im Internet zu veröffentlichen und nicht erst wie bisher ab 50.000 Euro. Außerdem müssten Parteispenden von Unternehmen, so wie im Nachbarland Frankreich, komplett verboten werden. / jo