Vogelsbergkreis gewährt vier zukünftigen Medizinern Stipendium

03. Dezember 2019
Vogelsbergkreis

Vier junge Medizinstudenten erhielten in der Lauterbacher Kreisverwaltung ihre medizin+ Stipendiums-Verträge – und unterschrieben für finanzielle Unterstützung sowie eine Jobgarantie. Denn sie verpflichteten sich damit, nach Abschluss ihrer medizinischen Ausbildung als Hausärzte im Vogelsbergkreis zu arbeiten und freiwerdende Arztsitze oder vakante Stellen zu besetzen.

Dieses Stipendiaten-Programm medizin+ gibt es seit 2016. Es soll laut Vogelsbergkreis angehenden Medizinern helfen und die Medizinische Versorgung im Vogelsbergkreis verbessern.

Die neuen Stipendiaten Laura Koch, Tom Kurjak, Moritz Schneider und Lars Alles wurden vom Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Jens Mischak im Landratsamt begrüßt. „Unterstützt von der Fachstelle am Lauterbacher Gesundheitsamt können sie sich nun auf ihre Ausbildung konzentrieren“, so der Landkreis. Neben der finanziellen Förderung soll die Jobgarantie für Rückenwind im Studium sorgen. „Ich freue mich, dass es bei Ihnen allen geklappt hat – die Bewerbungsgespräche waren sehr überzeugend“, sagte Mischak, der in diesem Jahr zum ersten Mal alle vier Stipendien-Plätze an angehende Medizinerinnen und Mediziner vergeben konnte.

Hausärzte werden dringend gesucht

Die Hausarzt-Lage im Vogelsbergkreis sei angespannt – Hausärzte werden dringend gesucht. Das medizin+ Stipendium soll dort ansetzen: „Fachärzte für Allgemeinmedizin haben im Vogelsbergkreis eine Jobgarantie. Das Stipendium hilft dabei, noch mehr Anreize zu schaffen, sich hier niederzulassen“, sagt Mischak. Auch Medizinische Versorgungszentren seien in Zusammenarbeit mit Vogelsberger Kommunen geplant, um das Versorgungsangebot zu decken und attraktive Arbeitsplätze für Mediziner zu schaffen, führte der Gesundheitsdezernent weiter aus. „Das Engagement für die medizinische Versorgung ist sehr wichtig, schließlich haben 65 der Hausärzte im Vogelsbergkreis im Jahr 2025 die Altersgrenze erreicht. Dieser Entwicklung trägt der Vogelsbergkreis mit seinem Einsatz Rechnung.“

„Enges Verhältnis zum Patienten reizt“

Für die vier Stipendiaten war der Bezug zur Region und die Aufgaben des Hausarzt-Berufes Motivation, sich für das Stipendium zu bewerben. Lars Alles, der in Göttingen Medizin studiert und aus Großenlüder stammt, reizt besonders das enge Verhältnis zu den Patienten. „Als Hausarzt begleitet man Menschen ein Leben lang – das ist anders als auf einer Station im Krankenhaus“, sagt er. Auch für Moritz Schneider aus Nidda und Laura Koch aus Romrod sowie Tom Kurjak aus Bruchköbel wird es nach der Medizinischen Ausbildung im Vogelsbergkreis weitergehen. Für Tom Kurjak eventuell auch im Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises, denn auch die Facharztweiterbildung „Öffentliches Gesundheitswesen“ und eine dreijährige Tätigkeit beispielsweise im Gesundheitsamt sind im Rahmen des Stipendiums möglich. / lea

medizin+ Stipendium

Der Vogelsbergkreis lobt jährlich ein Stipendium für vier Medizinstudierende aus, die sich verpflichten, die Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin im Vogelsbergkreis zu absolvieren und sich im Anschluss drei Jahre als Hausarzt im Kreisgebiet niederzulassen. Alternativ kann auch eine Facharztweiterbildung „Öffentliches Gesundheitswesen“ absolviert werden und eine dreijährige Tätigkeit im Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises erfolgen. Die Studierenden erhalten dafür ab dem 5. Semester monatlich 400 Euro.

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