Wieder freie Bahn in die Kreisstadt

07. Dezember 2019
Lauterbach

Die Umleitungsschilder, die noch bis Montag den Weg über Wernges nach Lauterbach weisen, kann man jetzt getrost ignorieren. Gestern wurde die Schlitzer Straße in der Kreisstadt wieder für den Verkehr freigegeben.

Von unserem Redaktionsmitglied Bernd Götte

Der Regionale Bevollmächtigte von Hessen Mobil für die Region Mittelhessen, Ulrich Hansel, und der Bürgermeister von Lauterbach, Rainer-Hans Vollmöller, packten gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen des Bauvorhabens ordentlich an: Statt wie üblich ein Absperrband durchzuschneiden, räumten sie gestern eigenhändig ein Absperrgitter aus dem Weg und gaben so, für jedermann sichtbar, den direkten Weg nach Schlitz wieder frei.

Startschuss war im April

Der offizielle Startschuss für die Bauarbeiten zur Erneuerung der L 3140 zwischen der B 254 und dem Übergang in die „Fritz-Ebel-Allee“ von Grund auf erfolgte Anfang April dieses Jahres. Im Rahmen einer Gemeinschaftsmaßnahme mit der Stadt, den Stadtwerken Lauterbach sowie der Rhönenergie erfolgte die teilweise Erneuerung des Abwasserkanals, der Wasserleitung und der Gasversorgung und die Landesstraße erhielt auf einer Länge von insgesamt circa 700 Meter einen neuen Fahrbahnaufbau entsprechend der vorhandenen verkehrlichen Erfordernissen.

Baumaßnahme musste verlängert werden

Eine große Herausforderung stellte nach Angaben von Hessen Mobil die Erreichbarkeit der zahlreichen Gewerbebetriebe im Baufeld dar. Dementsprechend mussten die Arbeiten in vier Bauabschnitte aufgegliedert werden. Darüber hinaus wurden die Arbeiten so getaktet, dass während des jährlich stattfindenden Prämienmarktes in Lauterbach und auch für das Schlitzer Trachtenfest eine ungehinderte Anfahrt ermöglicht werden konnte. Die Abwicklung der ersten drei Bauabschnitte konnte sogar etwas schneller als geplant erfolgen. Im vierten und letzten Bauabschnitt gestalteten sich die Tiefbauarbeiten in Verbindung mit den Ver- und Entsorgungsleitungen jedoch sehr diffizil. Auch durch die Voruntersuchungen war dies im Vorfeld nicht absehbar, so dass die Baumaßnahme entsprechend verlängert werden musste.

Insgesamt etwa 760.000 hat das Land Hessen in die Erneuerung des Landesstraßenabschnitts investiert. Hinzu kommen die Investitionen der Stadt beziehungsweise der Stadtwerke Lauterbach für die Tiefbauarbeiten sowie die Kosten der RhönEnergie. Damit leisten alle Beteiligten einen großen Beitrag zur Erhaltung der Infrastruktur in der Kreisstadt Lauterbach.

Dank an die Beteiligten

Zum Abschluss der Maßnahme bedankte sich im Namen von Hessen Mobil Ulrich Hansel ausdrücklich bei den Anliegern für ihr Verständnis während der bestehenden Vollsperrung sowie für die gute Zusammenarbeit aller am Bau und nicht zuletzt auch für die effektive Leistungserbringung durch die beauftragte Baufirma. Hansel erinnerte daran, dass man eigentlich schon Mitte November mit den Arbeiten fertig gewesen sein wollte.

Dem Dank Hansels schloss sich Lauterbachs Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller an, der sich bei der Ankündigung Hansels, die Straße sei „ab sofort“ frei befahrbar, ein wenig an die Öffnung der Grenze durch das SED-Politbüromitglied Günter Schabowski im Jahr 1989 erinnert fühlte – vielleicht ein zarter Hinweise, dass sich auch die Kreisstädter durch die Sperrung eingeengt gefühlt haben. Vollmöller verwies darauf, dass im Zuge der Baumaßnahmen auch die knapp 100 Jahre alten Wasserleitungen und Kanäle erneuert wurden.

Für die bauausführende Firma Wachenfeld aus Korbach verwies technischer Geschäftsführer Andreas Schäfer darauf, dass eine gute Infrastruktur auch langfristig den Gewerbetreibenden helfe, die unter den Baumaßnahmen zu leiden gehabt hätten.

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