Medienrummel in Meininger Polizeistation – viel Wirbel um Mädchen in Handschellen

12. September 2019
Meiningen

Für einen kleinen Medienrummel sorgte eine Meldung der Polizeistation Meiningen: Eine Zehnjährige in Handschellen bittet am Sonntagabend die Beamten um Hilfe. Seitdem haben schon mehrere Medienvertreter aus Meiningen und Umgebung bei den Polizisten nachgefragt.

„Ich finde es sehr schön, dass wir mit einer so positiven Meldung Aufmerksamkeit erwecken, da wir sonst meist über negative Dinge wie Unfälle und Straftaten berichten“, sagt Polizeioberkommissar Christian Heymel, einer der Beamten, der das Mädchen aus ihrer Notlage befreite.

Die Beamten staunten nicht schlecht, als gegen 18 Uhr eine Zehnjährige, begleitet von ihrer Mutter, mit einer Handschelle um das Handgelenk um Hilfe bat. Die Geschichte war ganz kurz erklärt. Die Großeltern überreichten der jungen Dame die Schellen, und noch bevor ihre Mutter sie warnen konnte, dass es dazu keinen Schlüssel gibt, war eine Hand bereits gefangen.

„Wo genau die Großeltern die Handschellen her hatten, haben wir nicht gefragt, aber es waren keine Spielzeughandschellen, sondern massive Schellen aus Metall“, sagt Heymel. Jedenfalls seien es auch keine Polizeihandschellen gewesen, denn mit dem Dienstschlüssel der Beamten konnte das Mädchen nicht befreit werden.

In zehn Jahren bei der Polizei noch nicht erlebt

„Wir konnten das Mädchen dann vorsichtig mit einem Bolzenschneider befreien. Aber die Maßnahme klingt jetzt größer als sie eigentlich war. Die Mutter und ihre Tochter konnten nach zehn Minuten nach Hause gehen“, erklärt Heymel.

Allerdings sei das Ganze schon ungewöhnlich gewesen. In seiner zehnjährigen Dienstzeit habe er noch nie ein Mädchen aus Handschellen befreien müssen. „Andererseits kann ich mir vorstellen, dass immer wieder Kollegen in eine solche Situation kommen, aber nicht immer davon in den Medien berichtet wird“, sagt der Polizeioberkommissar.

Unübliche Einsätze

Kuriose Geschichten erlebe er in Meiningen allerdings immer wieder: Vor wenigen Monaten meldete sich eine Frau, die für ihren Mann um Hilfe bat, da er sich in Meiningen verlaufen habe. Mit Hilfe der Handynummer kontaktierten die Beamten den Mann. Er sei sich nicht einmal sicher gewesen, ob er in Meiningen war. Er habe nur ein Haus und eine Straße gesehen. Eine Passantin half dem Mann schließlich und lotste eine Streife zu ihrem Standpunkt.

„Ich hatte bei der ganzen Geschichte ein komisches Bauchgefühl“, sagt Heymel. Er sollte Recht behalten. Der Mann war stark betrunken. Ein Alkoholtest ergab: drei Promille. Zudem war er gar nicht mit der besorgten Anruferin verheiratet. Sie hatten sich kurz zuvor über das Internet kennengelernt und wollten sich an diesem Tag zu ihrem ersten Date treffen.

Retter in der Not

In beiden Fällen zeigt sich, dass die Polizei als „Freund und Helfer“ bekannt ist. Heymel freut sich auf weitere kuriose Einsätze, die seinen Alltag bereichern. /mbl